Archiv des Autors: scorn
Lulu – Die nackte Frau
Lulu ist nicht wie bei dem Titel vielleicht zu erwarten ein erotischer Bildband sondern ein grafischer Roman über eine Mittvierzigerin die aus ihrem Alltag ausbricht, ihre drei Kinder und ihren Mann zurücklässt und einfach ans Meer fährt. Dort passiert etwas mit dem sie nicht gerechnet hätte: sie ist glücklich.
Es ist ein sehr schöner Comic gerade für Menschen die dem Medium skeptisch gegenüberstehen und sequenzielle Kunst für Kinderkram halten. Die Geschichte ist romantisch und nachdenklich, die Zeichnungen sind einfach und manchmal etwas ungelenk passen aber wunderbar zum Erzählten. Schönes Buch.
Kid Paddle
Nach den Drei Fragezeichen Covers bin ich jetzt wieder bei Comics gelandet, Kid Paddle ist ein netter Funny über einen von Videospielen besessenen Buben. Erst kürzlich habe ich das fehlende Album erstanden um meine Sammlung zu komplettieren, dabei war dieses (Nummer #4) dann das Schwächste in der Reihe – aber hauptsache ich hab’s komplett :-)
Die Farben habe ich etwas geändert, das Original war mir ein bisserl zu monoton.
The Casual Vacancy
J. K. Rowlings erstes Buch nach der Harry Potter Reihe (die ich sehr gerne gelesen habe) ist ein tragischer Roman über das Leben in einer Kleinstadt. Im Grunde genommen ist das Buch eine brutal realistische Seifenoper mit häuslicher Gewalt, Drogenmissbrauch, Selbstverstümmelung, Freitod, Affairen und allerlei weiteren deprimierenden menschlichen Abgründen. Es ist zweifellos gut geschrieben und die Charaktere sind meisterlich gezeichnet, aber mir war es zu viel Drama und es enthielt auch keine wirklich guten Handlungsstränge. Muss man eher nicht gelesen haben.
Iron Balls of Steel
Seid ihr auch manchmal gelangweilt von Songs mit simplen Melodien und allzu nachvollziehbaren Strukturen ? Findet ihr es schade wenn sich ein Stück schon beim ersten Hören erschliesst und ihr schnell wisst was für eine Note als nächstes kommt ? Stört euch Gesang in der Musik an dem man sich orientieren kann und nerven euch eingängige Refrains ?
Dann habe ich ein Schmankerl sonders gleichen für euch: Loincloth und ihr Debutalbum Iron Balls of Steel. „Lendenschurz“, das ist ein amerikanisches Quartett das progressive metallische Instrumentalmusik spielt die sich beharrlich weigert ins Ohr zu gehen. Wie bei dieser Art sperriger Musik üblich muss man einfach etwas Zeit investieren und irgendwann kommt der Genuss :-)
Cryozone
Wenn ihr Lust auf ein Science Fiction Comic habt, dessen Handlungsrahmen halbwegs realistisch ist und in dem dennoch Zombies vorkommen dann lest Cryozone von Bajram (Universal War One) und Cailleteau.
Das Comic gibt es als abgeschlossene Geschichte in einem Hardcover bei Finix Comics, dabei sei noch erwähnt dass Finix generell unterstützenswert ist denn das Anliegen des Verlags ist es Serien abzuschliessen die hierzulande nur unvollständig veröffentlicht wurden. Der eingetragene Verein sorgt sich quasi um die Verarztung von blutenden Sammlerherzen, ein hehres Ziel wie ich finde.
In Cryozone reist ein Kolonisationsschiff von der Erde zu einem fernen Planeten, der Großteil der Siedler befindet sich im Gefrierschlaf. Lediglich eine 400 Mann starke Besatzung kümmert sich um das Schiff als etwas Unvorhergesehenes geschieht und die Kühlkammern beschädigt werden in denen tausende Menschen friedlich vor sich hin schlummern. Als sie zu schnell aufgeweckt werden müssen offenbart sich eine unliebsame Nebenwirkung der Cryotechnik…
Carcosa – All those wasted Years
All those wasted Years ist ein simpler Grooverocker, neu ist dass ich die Leads aufteile. Also es spielt nicht eine Seite immer die Leads und die andere den Rhythmusteil sondern das wechselt sich ab, das macht es etwas aufregender wenn ich dutzende male den gleichen Part einspielen muss ;-) Die Riffdichte ist ewas höher als sonst und mit dem Aufbau bin ich sehr glücklich.
O.R.pheus
Shpongle und meine Wenigkeit haben uns passend zu Halloween O.R.pheus angesehen. Das ist eine Installation in einem Luftschutzbunker unter dem alten botanischen Garten in München. Die beklemmende Atmosphäre in den kargen Räumen wird durch gruselige Geräusche aus an den Wänden montierten Lautsprechern unterstützt. Die Räume selbst sind mit allerlei altem medizinischen Gerät ausstaffiert und überall ist rosa Glibber. Man hat 30 Minuten Zeit die Installation alleine zu erforschen, ausgerüstet mit einem Smartphone und Kopfhörern wobei der Bunker als Halloweenschmankerl vollkommen unbeleuchet war – die Szenerie erhellte man mit dem Licht des Handys. In der Installation sind codierte Grafiken angebracht, die beim Fokussieren für Augmented Reality Elemente sorgen.
Die Stimmung bei O.R.pheus hat mich etwas an die 50er Jahre Levels von Portal 2 erinnert, dafür sorgte auch die musikalische Untermalung in den AR-Sequenzen. Ich fand das Projekt spannend aber wahrlich kein Schnäppchen für 18 Euro. Günstiger lässt sich so etwas aber vermutlich nicht aufziehen, bei 2 Kunden jede 30 Minuten (es sind eigentlich 2 getrennte Installationen, die sich auch etwas voneinander unterscheiden). Mich hat es jedenfalls beeindruckt.


