ZORO

Meine alten Kopfhörer funktionieren immer noch tadellos und das seit mehr als 20 Jahren. Das ist der Nachteil wenn man Qualität kauft, man hat keinen Anlass die Gerätschaften mal zu erneuern. Früher habe ich über den Kopfhörerausgang der Stereoanlage gehört, da kam dann auch ordentlich Druck auf den Ohren an aber seit ich Musik nur noch über mein Tab oder meinen iPod höre fehlt mir etwas der Bass. Ein vortrefflicher Vorwand also um neue Ohrenschmeichler zu erwerben, meine Wahl fiel auf den ZORO von TrekStor und ich bin ausgesprochen zufrieden damit. Entscheidend ist die Impedanz von 16 Ohm (die Hälfte der sonst üblichen 32 Ohm), das sorgt für fetten Klang trotz der niedrigeren Leistung des Abspielgerätes. Und das für humane 55 €.

Veröffentlicht unter Musik

Ein Jahr Nerdizin

Das Nerdizin ist jetzt bald ein Jahr im Netz und ich will den Anlass nutzen um mal grundsätzlich darzulegen warum ich das hier treibe. Zunächst einmal will ich im Netz präsent sein, ich brauche das für mein Ego :-) In meiner maßlosen Selbstüberschätzung rede ich mir gerne ein, dass ich tatsächlich etwas zu sagen habe und mit meinem Blog vielleicht Gleichgesinnten eine Freude bereiten kann indem ich auf Nerdkompatibles hinweise. Wenn ich einen Artikel zu etwas schreibe, das mir gefällt beschäftige ich mich automatisch viel intensiver damit und ich geniesse es wohlfeile Formulierungen auszubrüten über die ich dann selbst beim erneuten Lesen schmunzeln kann. Und Schmunzeln kann man nie genug.

Bleibt die Frage warum ich das bisschen Inhalt das ich produziere nicht kostenlos irgendwo unterbringe, und warum nutze ich nicht wie alle anderen ein soziales Netzwerk um mich darzustellen ? Warum ist mir das Nerdizin etwa 50 Euronen im Jahr wert ?

Mir geht es um meine und eure Privatsphäre und um Autarkie. Es gibt nichts umsonst, alles hat seinen Preis. Wenn ich einen kostenlosen Email Anbieter nutze bezahle ich indem ich meine Emails auswerten lasse und dadurch dass mir Werbung aufgedrängt wird. Auch wenn es bloss Algorithmen sind, die meine Nachrichten lesen ist das kein schönes Gefühl stets beobachtet zu werden. Mir ist klar, dass die Empfänger meiner Mails meist einen „kostenlosen“ Service nutzen und ich dem großen Bruder damit nicht gänzlich entkommen kann, aber das habe ich nicht in der Hand. Für was ich aber sorgen kann ist Datenhygiene auf meiner Seite der Leitung.

Mit Fotos ist es ganz ähnlich. Wenn ich etwa Urlaubsbilder austauschen will, kann ich das natürlich über Picasa oder etwas ähnliches machen. Ich will aber meine Daten nicht in der Welt verstreuen, zudem sind es ja eben nicht nur Bilder auf denen ich zu sehen bin sondern auch Freunde und ich bilde mir ein dass ich auch eine Verantwortung über ihre Daten habe. Also nutze ich das gute alte FTP zum Bildertausch und nicht die Cloud.

Und Facebook ist mir wahrlich ein Gräuel. Mal davon abgesehen dass die ganze Plattform eine einzige Spionagehölle ist find ich schlichtweg keinen Nutzen darin. Da herrscht ein undurchdringbares Rauschen an sinnlosen Informationen. Wenn ihr einem Freund etwas mitteilen wollt, nutzt Email. Wenn ihr der Welt etwas mitteilen wollt, schreibt ein Blog.

Es gibt allerdings auch soziale Netze die für mich Sinn ergeben und in denen ich mich gerne bewege. Steam zum Beispiel bietet mir den Nutzen dass ich Gleichgesinnte zum Computerspielen finde, allerdings geht es hier wirklich ausschliesslich um genau diesen einen Zweck und in der Regel habe ich keine Ahnung wer sich hinter einem Pseudonym versteckt. Das Privatleben meiner Mitspieler interessiert mich auch nicht, wichtig ist mir lediglich ob sie die gleichen Spiele spielen wie ich und das auf dem gleichen Niveau. Aber auch das kommt natürlich mit dem Preis dass Steam ein genaues Profil meiner Spielgewohnheiten erstellen kann und sicherlich auch tut, allerdings bin ich dort Kunde und nicht Produkt und das ist ein entscheidender Unterschied.

Hackerspace

Ich bin ja kein großer Hacker, jedenfalls nicht in dem Sinne wie das Wort mittlerweile verstanden wird. Das Eindringen in fremde Netze, das Knacken von Verschlüsselungen und Computersicherheit im Allgemeinen interessieren mich herzlich wenig. Lieber bezeichne ich mich als Nerd, das klingt harmloser und trifft auch mein Wesen besser. Womit ich allerdings schon etwas anfangen kann ist das Hacken im ursprünglichen Sinne, also der kreative Umgang mit Technik und der Enthusiasmus sich so lange und intensiv mit etwas zu beschäftigen bis man die Materie gänzlich durchdrungen hat. Ausserdem haben es mir Subkulturen schon immer angetan.

Heute morgen flaniere ich nichtsahnend durch meine Nachbarschaft, als mich plötzlich ein Pesthörnchen aus einem Schaufenstern anlächelt. Das reisst mich aus meinen Grübeleien und ich sehe genauer hin und was erblicken meine müden Augen: keine 5 Gehminuten von meiner Residenz entfernt eröffnet der Münchner Ableger des CCC einen Hackerspace :o)

Ich freue mich schon darauf mal etwas auf einem 3D Drucker herstellen zu dürfen und es gibt sicher die ein oder andere lustige Veranstaltung dort. Sehr schön !

Nervtötende Stille

Gerade habe ich mir Firewood, ein älteres Witchcraft Album angehört und mich fürchterlich aufgeregt: im letzten Track ist wie bei The Alchemist ein längeres Stück Stille eingebaut nachdem dann ein „versteckter“ Song kommt. Diese Praxis nervt mich jetzt schon seit Jahren, ich glaube Nirvana haben das auf Nevermind zum ersten mal getan. Kann das bitte mal aufhören ? Mir ist völlig unbegreiflich was der Sinn dahinter sein soll. Für mich als zahlender Kunde hat das die Auswirkung dass ich an der Datei herumeditieren muss um den Defekt zu beseitigen, schliesslich will ich ja Musik hören und keine Stille. Immerhin hat man bei mp3s die Möglichkeit zur Reparatur, im Gegensatz zu physischen Tonträgern. Grummel.

Veröffentlicht unter Musik

Cockneys vs Zombies

Zur Zeit findet das Fantasy Film Fest statt, ich bin ja nicht der größte Kinogänger aber ab und zu zieht es mich dann doch in ein Lichtspielhaus wenn ein unwiederstehlicher Genrefilm gezeigt wird wie etwa Cockneys vs Zombies. Um gute Plätze zu ergattern war ich am Tag an dem der Vorverkauf begann pünktlich vor Ort, aber wohl nicht pünktlich genug denn vor mir hatte sich schon eine stattliche Anzahl Cineasten eingefunden. Nach etwas über einer Stunde Wartezeit habe ich dann 2 Tickets erstanden, wie gewünscht auf dem Balkon – da fühlt man sich schon recht aristokratisch erhaben so weit über dem Pöbel im Saal unten ;-)

Der Film war wie erwartet prächtige Unterhaltung, es gab ein paar grandiose Szenen: Target Violence, Rollator Race und Wrong Leg – wenn ihr den Film seht werdet ihr wissen welche ich meine. Es handelt sich um einen Zombieschinken irgendwo zwischen Komödie und Actionfilm, auch wenn die wandlenden Toten zur Zeit etwas überpräsent sind: Cockneys vs Zombies sollte man als Fan des Genres unbedingt gesehen haben.

Sehr nett war dann auch noch dass der Regisseur im Kino war, sich feiern liess und Fragen beantwortet hat, ich glaube beim nächsten Fantasy Film Fest werde ich mir mehr Filme heraussuchen und deutlich früher an der Kinokasse auftauchen.

Veröffentlicht unter Film

Allmen und die Libellen

Martin Suter steht in meiner Gunst sehr weit oben was deutschsprachige Autoren anbelangt, in den letzen Jahren habe ich ihn etwas aus den Augen verloren so dass sich mittlerweile ein paar Romane angesammelt haben die ich noch nicht kenne. Wenn ihr noch kein Buch des Schweizers gelesen habt, solltet ihr das dringend nachholen. Am besten gefielen mir Ein perfekter Freund, Die dunkle Seite des Mondes und Der letzte Weynfeldt. Das große Talent Suters ist es keinen Satz zuviel zu schreiben, das macht seine Bücher so unglaublich kurzweilig. Zudem hat er einen sehr fein pointierten ironischen Humor, der mir beim Lesen stets ein breites Grinsen ins Gesicht zaubert. Also gehet hin und leset den Meister !

Allmen und die Libellen ist ein entspannter, schelmischer Krimi um den verarmten aber distinguierten Lebemann, Müßiggänger und Kunstliebhaber Johann Friedrich von Allmen und seinen Sidekick Carlos, einen ehemaligen Schuhputzer aus Guatemala. Die beiden werden zufällig in ein Gaunerstück verwickelt, es geht um 5 wertvolle Glasschalen mit Libellenmotiv. Mehr will ich gar nicht verraten, ich habe den Roman sehr genossen und freue mich schon wie ein Honigkuchenpferd auf den nächsten Band Allmen und der rosa Diamant.

Veröffentlicht unter Buch

Verblendung

Manchmal, wenn etwas sehr populär ist steckt auch wirklich etwas rezipierenswertes dahinter. So ging es mir bei Stieg Larssons Verblendung, wobei es mir wieder mal ein Rätsel ist warum der Verlag diesen dämlichen, nichtssagenden Titel anstelle des Originals (Männder, die Frauen hassen) gewählt hat. Es handelt sich bei dem Buch um einen Krimi mit viel Sex und Gewalt, mit Mord und Totschlag und Wirtschaftsverbrechen. Die Charaktere sind interessant und die Handlung hat mich dermassen in den Bann gezogen dass ich den Roman kaum aus der Hand legen konnte. Zum Glück ist Verblendung nur der erste Teil einer Trilogie, den Nächsten habe ich mir schon auf den Kindle geladen.

Apropos Kindle, das eBook war mal wieder nicht vernünftig formatiert: es fehlten des öfteren die Absätze wenn der Handlungsstrang auf eine andere Person sprang. Das fand ich sehr verwirrend und ärgerlich. Die Übersetzung hingegen gefiel mir gut und ich habe wieder Lust bekommen Bücher auf deutsch zu lesen, da schnappt man doch tatsächlich die ein oder andere hübsche Formulierung auf.

Veröffentlicht unter Buch

The Killing Jar

Der Strom an interessanten neuen Doombands reisst nicht ab, seit gestern lausche ich verzückt dem Debutalbum The Killing Jar von Black Moth, übrigens ein brillianter Name für eine düstere Gruppe wie ich finde. Die Briten spielen staubigen Doomrock mit Retrovibes, weiblichem Gesang und dem obligatorischen okkulten Ambiente, also genau mein Ding. Mehr gibt es dazu eigentlich nicht zu sagen, ausser vielleicht dass ich seit Stunden schwer am Kopfnicken bin.

Veröffentlicht unter Musik