Aufschneider

Was ist das nur mit den Wienern und dem Tod ? Kürzlich habe ich mir den Aufschneider von und mit Josef Hader angeschaut und bin aus dem Grinsen gar nicht mehr herausgekommen.

Der Meisterzyniker Hader spielt einen Pathologen dessen Exfrau eine Affäre mit seinem Erzfeind, dem Chirurgen Dr. Böck hat – er versucht seit geraumer Zeit diesem einen Kunstfehler nachzuweisen. Dazu kommt noch dass seine Tochter ein Techtelmechtel mit seinem neuen Assistenten anfängt und eine Kollegin ihren toten Vater entführt damit dieser nicht obduziert wird. Auch die Gehilfen in der Pathologie sind nicht ganz koscher und bessern sich ihr Gehalt mit dem Handel von Leichenteilen auf.

Der Film ist voller herrlich absurder Szenen und großartig geschauspielert, lediglich die Bestatterin Anke hat mich gestört vermutlich wegen des berliner Dialekts der schon arg aufgesetzt wirkt.

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Jess and the Ancient Ones

Aufgepasst, Freunde des gepflegten Okkultretrorocks: es gibt einen weiteren Stern am Firmament: Jess and the Ancient Ones. Es erwartet euch entspannter 70er Rock inklusive Hammondorgel mit charmantem weiblichen Gesang und stellenweise Iron Maiden-artigem Gitarrengedudel. Hinreissend.

Was ich immer ganz witzig finde sind die Fragen nach dem okkulten Hintergrund in Interviews. Ich zumindest gehe grundsätzlich nicht davon aus, dass mir in den lyrischen Ergüssen einer Rockband irgendwelche Wahrheiten vermittelt werden. Es geht doch darum Geschichten zu erzählen, Bilder entstehen zu lassen und Stimmungen zu erzeugen. Es frägt ja auch keiner Frau Rowling ob sie wirklich an Magie glaubt.

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7 Wonders

7 Wonders ist ein Kartenspiel, erschienen beim belgischen Spieleverlag Repos Production. Der Spieler übernimmt die Leitung eines antiken Stadtstaates und hat die Aufgabe eines der 7 Weltwunder zu erbauen und noch einige zivilisatorische Errungenschaften mehr. Jede dieser kulturellen Leistungen ist eine gewisse Anzahl an Siegpunkten wert und am Ende des Spiels gewinnt derjenige der die meisten dieser Punkte ergattern konnte.

Der Spielmechanismus ist wie folgt: jeder Spieler bekommt 7 Karten wovon er sich eine aussucht und diese ausspielt oder auch ablegt und die restlichen Karten werden an einen Nachbarspieler weitergegeben. Damit kann man sowohl die eigenen Ziele vorantreiben als auch die Pläne des Nachbarn vereiteln. Neckischerweise dreht sich die Richtung in der die Karten weitergereicht werden im Lauf des Spiels, was vor allem nach dem Genuss einiger Brauereiprodukte zu reichlich Verwirrung führen kann.

Die Übersetzung ist leider nicht ganz so gut gelungen, zum Beispiel werden Steine in einer Ausgrabungsstätte produziert und Holz kommt von einem Holzplatz. Mich hat auch gestört, dass die Spielmarker für Punkteabzüge denen für Zusatzpunkte sehr ähnlich sehen, ich hätte letztere lieber grün eingefärbt gesehen. Aber das sind nur Kleinigkeiten, denn im Großen und Ganzen ist 7 Wonders ein sehr gelungenes Spiel das völlig zurecht als Kennerspiel des Jahres ausgezeichnet wurde.

Besonders hat es mir angetan, dass alle Spieler mehr oder weniger gleichzeitig agieren können und man somit nur wenig Zeit damit verbringt auf seine Mitspieler zu warten.

Reise zum Kerguelen-Archipel

Emmanuel Lepage reiste 2010 mit dem Schiff zum Kerguelen Archipel und hat seine Eindrücke in atemberaubenden Bildern festgehalten. Das Comic ist keine durchgehende Geschichte, sondern eine chronologische Zusammenstellung von Landschaften, Stimmungen und Portraits der Mitreisenden, eben ein Reisebericht. Die Zeichnungen sind wunderschön, teils Bleistiftskizzen teils Aquarelle. Obendrein gibt es tatsächlich auch einiges Wissenswertes zu erfahren, das ganze Comic ist ein wenig wie eine Mischung aus Tagebuch, Fotoreportage und Skizzenblock.

Ich habe es sehr genossen in die Bilder einzutauchen und die Landschaften, die Tiere und das Meer auf mich wirken zu lassen. Das ist sicher nicht jedermanns Sache, eher etwas für die Arte und GEO Fraktion aber interessant dass so etwas auch als Comic wunderbar funktionieren kann.

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El Mercenario

Der Splitter Verlag hat gerade damit begonnen Vincente Segrelles Ausnahmecomic El Mercenario als Sammleredition zu veröffentlichen, ein idealer Zeitpunkt also um sich dieses opulente Meisterwerk zuzulegen. Die Alben sind komplett in Öl gemalt und unterscheiden sich damit deutlich von der in Comics üblichen Tuscheoptik. Wie von dem Bielefelder Verlag gewohnt sind die Hardcover Bände äusserst hochwertig und enthalten in jeder Nummer einen schicken Kunstdruck.

El Mercenario ist ein Fantasycomic, es geht um einen Söldner der Abenteuer in einer Welt voller Drachen und kaum bekleideten Schönheiten besteht. Bemerkenswert ist dabei der Realismus der trotz aller Phantastik bewahrt wird, mechanische Gerätschaften sind sehr detailliert und würden auch in unserer Welt funktionieren und die Drachen sehen aus wie Nachfahren von Flugsauriern. Von der Geschichte habe ich mir nicht besonders viel erwartet, vor allem in den ersten Teilen einer Serie ist diese ja öfter etwas holperig. Hier wurde ich positiv überrascht wie unterhaltsam die Story war, es ist halt sehr klassische Kost – ein bisschen wie eine Heldensage aus der Antike. Freunde heroischer Fantasy sollten unbedingt mal einen Blick hineinwerfen.

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Team Fortress 2: Pyromania

Gestern hat Valve ein neues Update für Team Fortress 2 veröffentlicht und wie zu erwarten war ist es großartig. Es gibt einen neuen Spielmodus: Special Delivery. Er funktioniert so ähnlich wie Capture the Flag, doch es gibt nur einen Gegenstand um den sich gebalgt wird. In Doomsday gilt es einen Koffer voller Australium zu finden um ihn zu einer Rakete zu bringen damit diese einen Affen (Poopy Joe) in’s All befördert. Das spielt sich nochmal ganz anders als normales Capture the Flag weil beide Teams letztendlich die gleichen Gegenden kontrollieren müssen.

Ausserem gibt es wie üblich neue Waffen, Errungenschaften und Gegenstände. Und natürlich den letzten Film der die Klassen in TF2 vorstellt: Meet the Pyro:

Sehr witzig sind die neuen Pyrovision Goggles, wenn man diese ausrüstet sieht man die Welt wie der Pyro in obigem Film. Und als ob es noch nicht genug wäre, veröffentlicht Valve auch noch die Software mit der sie die Filme basteln.

Geströmter Fussball

Ich habe ja keinen Fernseher und vermisse diesen üblen Zeiträuber auch nicht, aber ab und zu möchte ich dann doch mal ein Fussballspiel ansehen, vor allem wenn aus den umliegenden Wohnungen Jubelgeschrei tönt. Nun leben wir ja glücklicherweise in der Zukunft und man kann sich die Spiele auch im Netz ansehen, allerdings nicht ganz reibungslos.

Ein Spiel habe ich mir auf einem russischen Server angesehen, der Sky gestreamt hat was sicher nicht ganz legal war. Die Techniker haben offenbar nicht mit einer Verlängerung gerechnet, jedenfalls ist der Stream kurz vor dem Elfmeterschiessen plötzlich abgebrochen.

Manchmal sehe ich nur ein grünes Rechteck untermalt von der Berichterstattung der Kommentatoren. Oder ein grünes Rechteck in dem es rauscht und fitzelt.

Ab und zu reisst der Stream ab und nach einem Neuladen der Seite springt die Wiedergabe ein paar Minuten zurück, da wundert man sich dann schon wenn ein Spielzug kommt den man schon gesehen hat.

Am seltsamsten war aber ein Spiel, bei dem die Audiospur den Bildern 2-3 Sekunden hinterherhinkte so dass ich bei jedem Tor erst mal dachte dass es nicht zählt weil kein Jubel zu hören war und der Kommentator auch ruhig blieb. Und dann wieder 2 Sekunden später jubeliert es in der Nachbarschaft.

Das Netz ist also offenbar immer noch nicht für Liveübertragungen geeignet. Ändert das mal mit meinen GEZ Gebühren !