Puzzle Agent

Vor einiger Zeit gab es Puzzle Agent von Telltale Games recht günstig im Steam Store und da ich ab und an gerne mal ein Adventure spiele konnte ich nicht wiederstehen. Seitdem harrte das Spiel auf meiner Festplatte aus bis ich gestern in der Stimmung war meine grauen Zellen mit Rätseln zu malträtieren.

Puzzle Agent ist kein herkömmliches Point-and-Click Adventure, der Spieler sammelt keine Gegenstände die es zu kombinieren gilt sondern es gibt eine Reihe in sich abgeschlossener Aufgaben zu lösen wobei es eine bizarre Rahmenhandlung gibt in die alles eingebettet ist. Man übernimmt die Rolle des FBI Agenten Nelson Tethers, seines Zeichens Mitarbeiter in der Abteilung für Rätselforschung und soll untersuchen warum die Firma Scoggins Erasers keine Radiergummis mehr an das Weisse Haus liefert. Die Bewohner des verschlafenen Nests sind allesamt etwas verschroben und über allem liegt eine schauderhaft mysteriöse Stimmung. Wenn man Hilfe bei einer Aufgabe benötigt, kann man Tethers durch den Konsum von Kaugummis auf die Sprünge helfen, die dieser praktisch überall abkratzt: unter Stühlen und Tischen, von Wänden und selbst vom Boden.

Die Zeichnungen stammen von Graham Annable und sind simpel und cartoonesk, passen aber perfekt zu dem skurrilen Geschehen in Scoggins.

Im Gegensatz zu klassischen Abenteuerspielen kann zumindest ich das Spiel nicht länger am Stück spielen, es ist eher etwas für zwischendurch wenn man Lust auf ein paar gedankliche Klimmzüge hat. Die Gesamtspieldauer liegt im niedrigen einstelligen Bereich, aber für die paar Euronen ist das absolut angemessen wie ich finde (ich glaube ich habe 2€ gezahlt).

Es gibt auch einen zweiten Teil und man kann Puzzle Agent auch auf dem iPhone/iPad spielen aber offenbar (noch) nicht auf Android Geräten.

No god innocent

Ein Spezl von mir ist Schlagwerker bei der Hardcoreband No god innocent, die Burschen veröffentlichen im März ihre zweite CD „nemesis“. Hier sind zwei Stücke zum vorabhören:

http://www.youtube.com/watch?v=z-NUkO8JkLM&feature=related

http://www.youtube.com/watch?v=ixheL2DuWRA&feature=related

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BR Hörspiel Pool

Ich zahl ja seit einiger Zeit tatsächlich Rundfunkgebühren, und das obwohl ich weder Radio noch Fernseher mein Eigen nennen kann. Aber ich habe so ein neuartiges Empfangsgerät (mit dem ich allerdings auch nicht am Rundfunk teilhabe). Aus lauter Paranoia habe ich mich dann irgendwann angemeldet, auch weil ich es grundsätzlich für eine gute Idee halte die Grundversorgung mit medialer Unterhaltung nicht kommerziellen Sendern zu überlassen.

Umso mehr hat es mich dann erfreut, tatsächlich mal etwas für mein Schärflein zu erhalten. Vom Bayerischen Rundfunk gibt es allerlei Podcasts zum (hüstel) zeitsouveränen Nachhören herunterzuladen. Am meisten angetan bin ich von den Radio Tatorten im Hörspielpool, sie spielen in Bruck am Inn und sind größtenteils in Mundart eingesprochen und das zum Teil recht derb und lebensnah. Die Krimis sind jeweils knapp eine Stunde lang und sehr unterhaltsam, sofern man den Dialekt goutiert.

Allerdings würde es mich noch mehr freuen, wenn man tatsächlich auf das komplette Archiv zugreifen könnte. Schließlich ist das alles mal vom Volk bezahlt worden und sollte diesem auch zur Verfügung stehen, Stichwort Allmende. Aber immerhin.

Die Einladung

Wer mal ein unaufgeregtes, einfühlsames Comic lesen mag, dem sei die Einladung von Téhy und Mermoux ans Herz gelegt. Rafael wird spät nachts von seinem Freund Leo angerufen, der eine Autopanne in der Pampa hat und ihn bittet vorbeizukommen um ihm zu helfen. Doch die Panne ist nur ein Vorwand, denn es steckt etwas ganz anderes dahinter.

In dem Album geht es um Freundschaft und den Unterschied zwischen Bekannten und echten Freunden. Die Stimmung und der Erzählstil haben mich etwas an Herrn Hase von Trondheim erinnert, auch die Zeichnungen sind ähnlich schlicht aber nicht ganz so kindlich. Die Einladung ist jedenfalls wieder mal ein Comic das man Menschen empfehlen kann die sonst mit Bildgeschichten nichts anfangen können und meinen sequenzielle Kunst beschränke sich auf Batman, Garfield und Mickey Maus. Der einzige Wermutstropfen war dass der Band so schnell ausgelesen war.

Eins noch: ich empfehle ausdrücklich nicht die Beschreibung des Comics auf der SPLITTER Homepage zu lesen, weil da ungeschickterweise eine überraschende Wendung in der Geschichte verraten wird.

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Helvetios

Die großartige schweizer Band Eluveitie hat ein neues Album am Start: Helvetios. Dargeboten wird Folkmetal, eine Mischung aus Death/Thrash/Blackmetal verfeinert mit den Klängen antiker keltischer Musikinstrumente.

Hier kommt auch gleich mein herbster Kritikpunkt: eines dieser altertümlichen Instrumente klingt als ob der Kopfhörer ein schnarrendes loses Teil hätte. Oder wie ein metallisches Insekt das sich links hinten im Ohrstöpsel eingenistet hat, furchtbar. Ich konnte das erst gar nicht für wahr halten und habe einen andern Kopfhörer ausprobiert, das nervige Störgeräusch war immer noch da. Was bei allen heidnischen Göttern haben sich die Musikanten dabei gedacht ?!

Wenn man über diesen Makel hinwegsieht, entpuppt sich Helvetios als wunderbares Machwerk irgendwo zwischen brachial und filigran. Die Texte sind teilweise auf Gallisch, was ich sehr ansprechend finde. Meist ist mir die Aussage eines Liedtextes herzlich egal, es gibt nicht viele Texter die wirklich etwas zu sagen haben, die Emotionen die durch den Klang der Stimme übertragen werden sind mir da weit wichtiger. Wobei Eluveitie sich bei Helvetios durchaus Mühe gegeben haben: es handelt sich um ein Konzeptalbum, das den Gallischen Krieg vertont.

Vielleicht kann man es so zusammenfassen: es gibt wohlfeile Melodeien und epische Hymnen im Angebot. Greift zu. Hier gibt es das offizielle Preview aufs Ohr:

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American Horror Story

American Horror Story erzählt die Geschichte einer Familie, die in eine neue Stadt zieht um einen Neuanfang zu starten, der Mann hatte eine Affäre und die Tochter ist depressiv. Sie ziehen in ein überraschend günstiges Anwesen, das sich als verfluchtes Haus entpuppt.

Die Serie hat 12 Episoden, alle so um die 40 Minuten lang. In jeder Folge erfährt man ein Stückchen mehr aus der Vergangenheit des Hauses und dessen Bewohnern, Lebende und Tote. Mehr mag ich gar nicht von der Handlung erzählen damit ich nicht eine der feinen Wendungen verrate.

Vor allem die ersten Teile sind recht gruselig, später rutscht American Horror Story etwas in Richtung Seifenoper ab, aber die letzten Folgen gleichen das mehr als aus. Am besten fand ich die Haushälterin, dicht gefolgt von der Nachbarstochter. Mir hat’s gefallen.

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Inspektor Canardo

Gerade bin ich mit dem alten Säufer Inspektor Canardo fertig geworden. Wie schon bei Nävis habe ich mehrere Farbschichten gepinselt, aber diesmal von extremen Licht/Schatteneffekten abgelassen.

Team Fortress 2

Team Fortress 2 ist mit Abstand der beste Mehrspieler Egoshooter seit es dieses Genre gibt. Die Grafik ist zwar eher karg, aber das überragende Gameplay steckt mit Leichtigkeit jegliche Konkurrenz in die Tasche. Damit lehne ich mich natürlich weit aus dem Fenster, aber es ist schlichtweg so.

In TF2 kämpfen die Belegschaften zweier Firmen gegeneinander, die einen rot gewandet und die anderen blau. Damit umgeht das Spiel geschickt die Killerspiel-Ethik-Falle, man spielt hier keinen realen Konflikt nach sondern Comiccharaktere bekriegen sich in einem absurden Szenario – es ist eben virtueller Sport und keine realistische Militärsimulation.

Dadurch dass eben nicht die Realität simuliert wird, können dem Spieler auch aberwitzige Elemente wie Raketensprünge, Heilung, kritische Treffer und allerlei andere eher aus Rollenspielen bekannte Dinge angeboten werden. An vorderster Stelle steht also das Spielerlebnis und nicht die Atmosphäre.

TF2 nimmt sich nicht ernst, das Spiel strotzt nur so von Zynismus. Es ist in erster Linie auf Spaß ausgelegt und so kommt es recht häufig vor dass man seinem Gegner für einen besonders schönen Treffer gratuliert. Es ist eben ein Sport in ritterlicher Manier und kein Kampf um Leben und Tod, dadurch ist das Miteinander automatisch freundlicher als bei den meisten anderen Spielen dieser Art.

In TF2 gibt es 9 verschiedene Klassen zur Auswahl, die sich enorm voneinander unterscheiden. Und als Sahnehäubchen kann man seine Spielfigur mit den unterschiedlichsten Gegenständen bewaffnen um diese an den eigenen Spielstil anzupassen. Dadurch bleibt das Spiel auch nach langer, langer Zeit interessant vor allem weil der Hersteller regelmässig neue Inhalte liefert. Alle Gegenstände sind ausbalanciert, jeder hat Vor- und Nachteile so daß es keine perfekten Kombinationen gibt. Bei anderen Egoshootern unterscheiden sich die Waffen meist nur marginal und viele machen den Fehler den Spieler durch Erfahrung besser werden zu lassen, was Neulinge leicht frustriert. Die Gegenstände bei TF2 erhält man zufällig, man kann sie sammeln und tauschen.

Ein leidiges Problem bei Mehrspielershootern ist das Camping: Der Gegner sichert sich eine überlegene Position, vielleicht eine Stelle im Level an der es eine besonderes Extra zu finden gibt oder einfach ein strategisch günstiger Fleck und die eigene Mannschaft rennt frustriert dagegen an. Die einzige Möglichkeit das zu verbessern ist es dann die Karte zu ändern um etwa eine Flanke zu öffnen um den Ort zu entschärfen. Bei TF2 ist Camping Teil des Konzepts. Der Engineer kann äusserst potente Verteidigungsanlagen mit einem automatischen Geschütz und einer Station bauen, die Spieler heilt und mit neuer Munition versorgt. Damit kann das verteidigende Team praktisch jede Engstelle unpassierbar machen. Gerne auch direkt vor dem Spawnpunkt der Widersacher. Jedoch hat man der angreifenden Mannschaft den Heiler als Gegenstück verpasst der einen Mitspieler eine kurze zeit unverwundbar machen kann um solche Stellungen zu überwinden. Auf der anderen Seite kann man sich selbst gegen unverwundbare Gegner wehren indem man selbst Ärzte einsetzt oder den unverwundbaren Feind wegbläst. Aber natürlich gibt es auch dagegen wieder ein Mittel…

Ein anders Problem sind die teils sehr langen Wege die man zurücklegen muss wenn man nach seinem Tod wieder an die Front gelangen will. Einige Spiele lösen das durch den unsäglichen Squadspawn, dabei erscheinen Gegner auf magische Art neben einem Überlebenden der eigenen Kampfgruppe. Da sieht man dann zum Beispiel einen feindlichen Kombatanten hinter einer Ecke verschwinden, verfolgt ihn und plötzlich sind da vier Gegner was in jeder Hinsicht unfassbar dämlich ist. In TF2 können zu diesem Zweck Teleporter gebaut werden, doch auch hier gibt es zahlreiche Mittel dagegen vorzugehen. Der Spion kann beispielsweise alle Apparaturen des Ingenieurs sabotieren oder man sprengt ganz herkömmlich den Ausgang weg.

Was zumindest mich beim Zocken am meisten anspricht sind glorreiche Momente, in denen man durch überlegenes Teamplay zum Sieg beiträgt. TF2 bietet unglaublich viele Möglichkeiten dazu seine Kameraden zu unterstützen und belohnt das auch mit Punkten, so kommt man als Arzt recht einfach an die Spitze der Bestenliste ohne je einen einzigen Gegner ausgeschaltet zu haben denn man profitiert von den Treffern die der momentan geheilte Mannschaftskollege macht. Ähnlich beim Ingenieur, wenn der Teleporter oft benutzt wird und der Geschützturm gut plaziert ist und alles ständig in Schuss gehalten wird kann man schon mal MVP werden ohne sich direkt ins Kampfgetümmel zu begeben.

Als ob das alles noch nicht genug wäre kann man seine Spielfiguren auch noch mit Hüten und anderen Accessoirs individualisieren. Hüte sind unterschiedlich selten, so daß man schon am Hut erkennt ob jemand länger dabei ist oder nicht. Das wiederum führt dazu dass Heiler zum Beispiel lieber den Spieler mit dem schönen Hut unterstützen weil der eher die Punkte nach Hause bringt. Und mal ehrlich, mit einem Spartanerhelm sieht man einfach schmissiger aus als ohne.

So, nach den ganzen Lobpreisungen hier noch 2 Videos. Das erste ist ein Trailer der die Arbeit des Heilers zeigt und ganz gut den Humor von TF2 illustriert und der zweite zeigt die besten Frags aus den Ligen dieser Welt, quasi die Tore des Monats Dezember.

Wer mich virtuell in die Luft jagen will, kann den mächtigen scorn auf UKCS, LethalZone oder einem von Valves öffentlichen Servern finden. In diesem Sinne: Chaaaaaarge !