Faszination Weltraum

Bestimmt ein dutzend Jahre sah mein Musikkonsum so aus: jeden Monat habe ich die Rock Hard und später das Deaf Forever gelesen und dazu noch die Visions um etwaige Indie-Heldentaten nicht zu verpassen. Alles was gut bewertet war und durch meinen Filter kam wurde in die Sammlung aufgenommen, ein- zweimal angehört und verschwand dann hinterm Aufmerksamkeitshorizont.

Nachdem ich vor geraumer Zeit meine iTunes Metadaten verloren hatte waren alle Songs auf 0 Wiedergaben, also hab ich mal eine Playlist über alles erstellt das ich seit dem Reset nicht gehört hatte. Wie es so meine Art ist habe ich die 10k ungehörten Stücke dann stoisch über fast 2 Jahre alle mal durchgehört.

Es waren bestimmt mindestens 100 Songs dabei die ich nie mehr wieder hören wollte, schlimmster Fehlkauf: Memento Collider von Virus, das läuft mir irgendwie gar nicht rein und das obwohl ich so Sachen wie Panzerballett oder Loincloth ohne mit der Wimper zu zucken anhören kann. Dafür habe ich natürlich etliche Bands wieder auf den Schirm bekommen die es wert wären mehr gehört zu werden (Smashing Pumpkins, Death, Chemical Brothers).

Statt mich also mit Neuerscheinungen einzudecken, fülle ich jetzt eher Lücken in der Sammlung, wobei man Kunde von Veröffentlichungen ja dank Twitter auch ohne Fachpresse reingedrückt bekommt (wobei ich mich frage warum zB. Bad Religion ihr neues Werk 3 Monate vor dem Erscheinen bewerben. Das hat doch jeder vergessen bis dahin ?)

Das beste aber war dass ich durch diesen Lauschmarathon motiviert war mal die Genres halbwegs sinnvoll zu pflegen. Ich hab ewig rumüberlegt, am besten wären natürlich mehrere Felder pro Song, dann wären die oben erwähnten Panzerballet sowohl Jazz als auch (Modern) Metal. Leider ist nur ein Textfeld erlaubt und jetzt habe ich die Genres halt als Pfade in einem Baum angelegt: /Metal/Epic beispielsweise. Wichtig ist ja letztlich nur dass man das in Playlisten gut verwursten kann, etwa alles was mit /Metal anfängt, aber nicht /Modern oder /Jazz enthält.

Egal, hier drei wundervolle Alben der letzten Zeit:

Candlemass / The Door to Doom, mit dem Sänger der das legendäre Epicus Doomicus Metallicus eingesungen hat. Und einem Gastauftritt von Tomi Iommi. Sehr erhaben alles.

Deserted Fear / Drowned by Humanity, ohrenschmeichelnder Death Metal, läuft geschmeidig runter wie einst Bolt Thrower.

Dubmood / Overshoot Days, was ganz anders: elektronische Musik, mit sanften Gesäusel und dem ein oder anderen unwiderstehlichen Kopfnickbeat.