Obscura et al

Mein erstes Konzert dieses Jahr war ein Technisches Death Metal Massaker, es spielten First Fragment (recht ordentlich für den Opener), Allegaeon (ziemlich beeindruckend, kam gleich auf den Wunschzettel), Fallujah (die sind auf Konserve deutlich besser) und dann die großartigen Obscura.

Im Großen und Ganzen war es wundervoll aber der Klang hätte besser sein können: man hat die Leadgitarre kaum gehört und neben dem Schlagzeug achte ich da halt besonders drauf. Und das Schlagezug hat man zwar ausgezeichnet vernommen aber weil die Band praktisch den gesamten Auftritt über im Nebel stand habe ich ihn kein einziges mal gesehen. Aber hey, für 22 € haben die Jungs an einem Abend mehr Noten gespielt als so manch andere Band in ihrer gesamten Karriere. Ich hab mir dann das Shirt unten rausgelassen, weil ich blau so gern mag, dabei ist es von einer älteren Tour. Naja, dann kauf ich mir halt bei der bächsten Tour das Deluvium Shirt :-)

Underdogs, Beasty Boys Book & Cobra Speed Venom

Neulich wurde ich am Hauptbahnhof mal wieder angeschnorrt, doch diesmal war es kein Sandler, sondern ein Estnischer Rocker auf Tour, der mir sein Album verticken wollte. Ein Shirt + Mp3s wären mir zwar lieber gewesen, aber was soll’s. Erwartet habe ich nicht besonders viel von Illumenium’s Underdogs und war dann auch gleich genervt von dem allzu künstlichen Drumsound, aber der Gesang lief mir ganz gut rein und nachdem ich gut die Hälfte der Songs ausgemustert hatte blieb eine passable Alternative Rock EP übrig. So ein bisschen wie die poppigeren Nummern von Paradise Lost, wobei die Lyrics teils schon arg naiv daherkommen. Das große Highlight ist „Hendrix killed Descpacito“, ein Medley aus „Hey Joe“ und dem Luis Fonsi Song. Großartiger Ohrwurm, sollte auf keinem Sampler fehlen !

Obwohl ich kein sonderlicher Freund von Sprechgesang bin, lese ich gerade das Beasty Boys Book und lausche mich durch die Alben ab „Check your Head“. Sehr unterhaltsam und es gab auch schon ein paar witzige Anekdoten und Einsichten ins New Yorker Teenydasein in den 80ern. Besonders haben es mir dabei die Fotos angetan, die Coolness und der lässige Style sind etwas das Hip Hop den meisten Metal Musikern voraus hat, dafür fehlt’s dann halt in der Regel an musikalischem Können, was bei den Beasty Boys allerdings nicht zutrifft, sie kommen ja aus dem Hardcore/Punk und sind durchaus in der Lage Instrumente zu spielen. Zudem tragen sie nicht dieses dumpfe Verbrecherimage vor sich her. Kann man sich schon auch als Rocker ab und an zu Gemüte führen.

Generell habe ich die Art verändert wie ich neue Musik entdecke: bislang habe ich regelmässig Rock Hard, Visions und Deaf Forever gelesen und was gute Bewertungen hatte und in meinen musikalischen Kosmos passte wurde gekauft. Nachdem mir aber kein tattowiertes Holz mehr in die Bude kommt, stöber ich im Netz nach interessanten Veröffentlichungen. Meistens über Wikipedia, der sehr empfehlenswerten Encyclopedia Metallum oder halt auf Twitter oder direkt bei den Plattenverlagen. Der Effekt ist, dass ich mir eher ältere Alben rauslasse und Lücken in der Sammlung fülle und dadurch die Flut an Neuerscheinungen größtenteils an mir vorbeigeht. Da sind dann so Sachen dabei wie fucked. von der Shell Corporation, der neue Creepshow Langspieler Death at my Door, die Farmer Boys mit Born Again aber halt auch Altbackenes wie Use your Illusion 1 (2 kostet 2 Euro mehr, Wucher !) von Guns N‘ Roses, Nordland 1 von Bathory (2 kostet 50 Cent mehr, was zur Hölle ?) oder Preludes & Nocturnes von Carnal Agony (weil da der Uli Kusch trommelt). Jedenfalls kommt daher keine Top 10 von 2018 zu Stande, schlicht weil ich nicht so viele Neuerscheinungen eingesackt habe.

Aber ein Album das vergangenen Jahres erschien muss ich dann doch hervorheben, einfach weil ich es so unfassbar oft gehört habe und noch immer Spass daran habe: Cobra Speed Venom von The Crown, geschmeidiger Easy Listening Death Metal vom Allerfeinsten. Sollte man kennen wenn einem das Genre zusagt.

Nerdshirts des Monats

Ich war seit langem mal wieder auf einem Konzert und irgendwie war es durchwachsen. Die Vorband war „The Spirt“, eine Black Metal Kapelle, zugegebenermassen nicht meine Lieblingsspielart, so Sachen wie Deafheaven oder Keep of Kalessin mag ich dann aber doch ganz gern. Das Geschrammel live zu hören war eher unterzeugend, schlicht weil mir bei der Musik der Groove fehlt. Dann kam Hypocrisy und ich war etwas erstaunt dass sie nicht als Hauptakt auftreten, zumindest in meiner Welt sind sie deutlich größer als Kataklysm. Der Gig war großartig, ich habe natürlich sie ganze Zeit auf „Slave to the Parasites“ gewartet, was nicht kam. Klar, das ist die Zugabe. Aber dann gab es keine Zugaben. Kataklysm war dann nur so durchschnittlich, der Drumsound macht mir auf den Alben nichts aus („Nintendometal“) aber live hat er mich echt gestört. Das kann aber auch daran liegen dass ich mit den Ohrstöpseln alles etwas klarer höre, vielleicht nervt es weniger wenn man die volle Dröhnung abkriegt. Naja, gelangweilt habe ich mich jedenfalls nicht und dass ich Hypocrisy mal live gesehen habe war’s allemal wert.

Allunah kamen leider nicht hierher, da musste ich mir das Tourshirt besorgen ohne sie gesehen zu haben. Aber das kann ja noch werden…

Nerdshirt des Monats

Und noch ein Death Metal Shirt das dringend nötig war: Nile (Großmeister des gepflegten Dauerblastinfernos).

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What does this button do ?

So, mal wieder eine Musiker Biographie gelesen, und zwar What does this button do ? von Bruce Dickinson. Selbstverständlich geht es viel um Musik im Allgemeinen und Iron Maiden im Speziellen, aber genauso wichtig ist dem Tausendsassa die Fliegerei und das Fechten. Es ist weniger eine Ansammlung von Tour-Anekdoten als vielmehr ein Best-of der Dinge die dem Sänger am meisten am Herzen liegen. Liest sich sehr geschmeidig und teilweise auch rührend, beispielsweise das Konzert in Sarajewo oder sein Umgang mit der Krebserkrankung.

Dabei hab ich mich auch mal wieder durch die gesamte Diskographie durchgehört und meine All-Time Top 3 ist:

  • Powerslave (Iron Maiden)
  • Accident of Birth (Solo)
  • Brave New World (Iron Maiden)

Prequelle, Never gonna die und American Fall

Hurra, ein neues Ghost Album ist da ! Leider stören mich einige Dinge an Prequelle, beispielsweise die furchtbare Disco Nummer „Dance Macabre“. Grausam, musste ich gleich löschen. Oder wie das gefällige Instrumental „Miasma“ durch abstossendes Saxophongedudel besudelt wird. Schrecklich, aber glücklicherweise schnell vorbei. „Rats“ ist dafür wirklich gut und „Pro Memoria“ einfach zauberhaft. Insgesamt kommen mir aber die Gitarren ein wenig zu kurz auf Prequelle, da heben Ghost schon deutlich besseres abgeliefert.

„Never gonna die“ von Pennywise dagegen liefert genau was man erwartet: schneidiger Melocore mit etlichen tollen Hooks und Oozing Aahs. Die Stimmung ist etwas melancholisch, vor allem bei „Good bye bad times“ und dem grandliosen „Live while you can“. Im hinteren Drittel verstecken sich noch ein paar maue Stücke, davon abgesehen: feines Album für den Sommer.

Apropos Sommeralbum, „Amercian Fall“ von Anti-Flag ist auch so eins, schon etwas älter und zahmer als der Vorgänger „American Spring“ aber nichts desto trotz vortrefflich: ein Ohrwurm jagt den nächsten, jeder Song klingt anders und einen echten Ausfall gibt es auch nicht zu beklagen. Exzellent.

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Chroming Rose, Zeal & Ardor, Visigoth, Dragon Guardian, The Sword, Solstice…

Manchmal purzelt aus meinem Langzeitgedächtnis ein Album raus, das ich einst als Schallplatte besass und das beim erneuten Hören nach 25 Jahren immer noch Laune macht. Die Rede ist von Louis XIV von Chroming Rose, einer Happy-Power-Metal Band die irgendwo im Windschatten von Helloween segelte. Zugegeben, die Hälfte der Songs sind eher lau, aber den Titeltrack mag ich immer noch ganz gern.

Apropos Power Metal,da erkunde ich grad mal sachte was die japanische Szene so hergibt, das erste Album war gleich überraschend geschmeidig, gerade weil man die genretypischen Lyrics nicht versteht. Dragon Guardian habe ich mir nur wegen dem Namen rausgelassen, in Erwartung einer Mischung aus Blind Guardian und Dragonforce. Klingt dann aber aber eher nach Rhapsody, ziemlich poppig aber gerade deshalb nett anzuhören.

Etwas ernsthafter dann die Empfehlung für Zeal & Ardor, eine finstere Melange aus Black Metal und Gospel. Einmal durchgehört und sofort besessen gewesen.

Dann hör ich grad täglich Used Future von The Sword, die gute Nachricht: sie können’s immer noch: spaciger Stoner Rock mit 70er Hardrock Schlagseite. Aber wie so oft sind die älteren Alben besser, wer die Band nicht kennt: Apokryphon unbedingt auf die Hörliste setzen.

Dann noch ein bisserl mehr aus der Fantasy Metal Ecke: Visigoth spielen leicht kauzigen klassischen / Epic Metal der Marke Grand Magus. Conqueror’s Oath ist großartig, aber fast noch besser fand ich das Vorgängeralbum The Revenant King schon allein wegen des Manilla Road Covers (Necropolis).

Und wenn’s dann mal das Brett sein muss, fahr ich mir Endseeker ein,die lärmen etwas wie einst Entombed gerade was die Gitarren anbelangt. Groovy Death Metal mit Wiedererkennungswert.

Wenn’s dann noch blutiger sein soll: Necrophagist, unfassbar gut gespielter technischer Death Metal in Hochgeschwindigkeit. Ich hab das Epitaph Album und sobald ich das vestanden habe kauf ich mir das nächste, kann aber etwas dauern.

Und zum Runterkommen muss es dann The Ra Al Dee Experience sein, okkultes arabeskes Akkustikgeklampfe mit dezenter Perkussion. Sehr entspannend.

Ach ja und Solstice haben endlich ihr neues Werk rausgehauen, natürlich absolut brilliant, das war ja zu erwarten. Bloss kannte ich schon fast alles von den Vorveröffentlichungen. Egal trotzdem mehr als wunderbar, eine meiner absoluten Lieblingsbands.

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