Nerdshirt des Monats

Vor kurzem war ich auf dem ersten Powermetalkonzert meines Lebens, hingezogen hat mich vor allem Wind Rose (Diggy Diggy Hole !), das war die erste Vorgruppe und es war genau wie ich es mir vorgestellt habe: großartige Stimmung und alle singen mit. Danach kam Nekrogoblicon und die wohl versuchen Black mit Powermetal zu mischen, was nicht wirklich gut funktioniert. Dazu springt dann noch ein Goblin im Nachthemd über die Bühne, was das Ganze leider nicht besser macht. Am Schluss kamen dann Glory Hammer mit einem Sack voll eingängiger Refrains, deren Alben sind gleich auf die Wunschliste gewandert und deren Shirt in die Textilsammlung.

Musikstatistik

Die 2010er Jahre sind vorüber und ich habe mir mal den Spass gemacht ein paar Statistiken zu meiner (legalen, dateibasierten) Musiksammlung zu machen. Insgesamt sind es 10.091 Songs und ich könnte über 30 Tage lang ununterbrochen Musik hören, ohne dass sich ein Stück wiederholt und kein einziges dabei missfällt mir, anderenfalls hätte ich es schon gelöscht. Hier die Songs nach Erscheinungsdatum, wobei ich bei Re-Releases das Originaldatum zähle.

JahrzehntSongsProzent
1970er991%
1980er8038%
1990er164416%
2000er222622%
2010er529553%

Ich habe also noch nie soviel Musik gekauft wie in den letzten 10 Jahren und mein Konsum scheint sich alle 10 Jahre etwa zu verdoppeln. Allerdings habe ich noch immer nicht alle Platten aus den 80ern und CDs aus den 90ern nachgekauft, aber im Großen und Ganzen stimmt das schon so.

GenreSongs
Metal2769
Punk1996
Doom1562
Rock1395
Death1092
Indie587
Electronic402
Blues / Jazz41
Soundtrack11

Metal ist ganz vorne, mit Doom und Death macht das Genre weit mehr als die Hälfte der Sammlung aus. Abschliessend habe ich mal nach ein paar klischeehaften Begriffen gesucht, und gezählt wie oft sie vorkommen:

BegriffSongtitelAlbumBand
Satan2051
Devil4351
God83172
Jesus900
Blood115204
War123101
Peace1630

Bei „God“ sieht es ein bisserl nach einem Sieg für den bärtigen alten Mann in den Wolken aus, aber „God“ kommt meist in Titel vor wie „God is Dead“, „Enemy of God“ oder so Sachen wie „Twilight of the Gods“, „Gods of Violence“ usw. Jesus kommt in Titeln vor wie „American Jesus“ oder „Leaving Jesusland“.

Bei Peace sind es so Alben wie „Peace sells, but who’s buying“ aber Stücke wie „Power to the Peaceful“ oder „Peace don’t cost a thing“. Die Band mit „War“ im Titel ist natürlich Manowar.

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Top 5 Alben 2019

Allerlei meiner favorisierten Musikanten haben dieses Jahr passable Alben veröffentlicht: Grand Magus, Nile, Good Riddance, Snuff, Bad Religion, Baroness, New Model Army, Tool, Dragonforce, Deserted Fear, Candlemass und nicht zuletzt Year of the Goat. Alle waren durchaus hörenswert, aber verglichen mit ihrem restlichen Oevre dann doch eher durchschnittlich. Aber es gab natürlich auch einige Alben die mich vollends aus den Socken gerockt haben, und das waren:

Crypt Sermon / The Ruins of Fading Light: feinster epischer Doom nach Candlemass Manier, noch ein kleines bisschen besser als das Debut.

Amulet / The inevitable War: klassischer Heavy Metal, klingen wie Maiden in den 80ern, man lausche dazu beispielsweise mal „The Siege Machine“.

Allegaeon / Apoptosis: großartiger technischer Death Metal, wobei trotz allem Gefrickel die Melodien im Vordergrund stehen. Neben Obscura meine Lieblingsband aus dem Genre.

Diamond Head / The Coffin Train: noch ein klassisches Metalalbum, ich kam wegen der wundervollen Gitarren und blieb wegen des formidablen Gesangs.

Atlantean Kodex / The Course of Empire: ausladender epischer Metal zwischen den ersten 6 Manowar Alben (die ich mittlerweile wieder recht gerne höre) und den Wikinger-Alben von Bathory.

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„Them“

War ja klar, dass ich mit den Patches nicht aufhören konnte. Der Backpatch auf meiner Kutte in den 80ern war „Abigail“ von King Diamond, da musste schon allein aus Tradition ein Motiv vom Falsettomeister auf die Jacke. „Them“ ist mein absolutes Lieblingsalbum der Band und das Artwork ist einfach großartig, allerdings befürchte ich dass der Aufnäher kein Original ist. Der Druck ist aber erstklassig.

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Hardcore Henry, Blacksad und The Course of Empire

Praktisch seit es das Genre der Egoshooter gibt dachte ich mir, jemand sollte mal einen kompletten Spielfilm ausschliesslich in der Ich-Perspektive drehen. Im eher durchscnittlichen DOOM Film kam dann so eine kurze Sequenz, aber der Rest war herkömmlich produziert. Mit Hardcore Henry hat es endlich jemand gewagt und ich bin hellauf begeistert. Man darf da jetzt kein cineastisches Meisterwerk erwarten, die Handlung ist relativ schlicht. Den Zuschauer erwartet ein Actionspektakel, etwa wie John Wick nur mit etwas mehr Verfolgungsjagden und Parkoureinlagen. Dabei sind etliche Gags eingestreut, so Schwarzenegger/Stallone Humor. Und obendrein kommt der Soundtrack ausgesprochen geschmackvoll daher, beispielsweise das famose For the Kill von Biting Elbows, im Video sieht man die halsbrecherischen Dreharbeiten. Großartig und der Beginn eines neuen Genres, da bin ich mir sicher. Henry ist aber bestimmt nichts für jedermann, allzu zart besaitet sollte man nicht sein und es hilft wenn der Sehapparat die Egoperspektive gewohnt ist, sonst wird man wohl leicht seekrank.

Blacksad hatte ich schon länger auf dem Schirm, jetzt gab es die Serie mal wieder digital im Angebot und da musste ich einfach zugreifen. Es ist ein Comic über einen hard-boiled-Detective in Amerika, Mitte des 20. Jahrhunderts mit Kommunistenfurcht, Rassismus, Jazz und Poesie. Die Figuren sind anthropomorphe Tiere, der Held ist beispielsweise ein Kater und die Protagonisten teilen sich ihre Charakterzüge mit ihren animalischen Gegenstücken. Leider wird das Artwork im Lauf der Serie etwas schlichter, aber gerade die ersten beiden Bände sind eine absolute Augenweide. Die Geschichten sind aber allesamt famos.

Meine Lauscher verwöhne ich derzeit mit The Course of Empire, dem neuen Album der bayrischen Epic Metaller Atlantean Kodex. Eine Hymne jagt die nächste, alles sehr erhaben und mitreissend. Das Werk hat jedenfalls mit Leichtigkeit die neue Tool und auch New Model Army verdrängt und das will was heissen. Freunde von gemütlichem traditionellen Heavy Metal können bedenkenlos zugreifen.

Thoughts and Prayers, Age of Unreason, Thresholds & Paradox, 2nd Edition, Manic Impressions

Erst mal die Standards: Age of Unreason, das neue Bad Religion Album rockt bitterlich, zum Glück ist das kümmerliche The Kids are Alt-right nicht drauf. Thoughts and Prayers von den ähnlich gelagerten Good Riddance ist okay, aber die Burschen haben schon besseres aufgenommen. Einen Bonuspunkt gibt’s aber für den zynischen Titel.

Ich kann mich noch erinnern, dass Nocturnus mit Thresholds einen schweren Stand auf dem Pausenhof hatten: Synthesizer ! Ein paar Jahrzehnte später finde ich das Album grossartig, vor allem den Track Arctic Crypt. Ich hab mir das Album eigentlich bloss als Ergänzung zum gerade erschienenen Paradox rausgelassen, aber vor lauter Nostalgie komm ich einfach nicht dazu dem gebührend zu lauschen. Aber was ich bislang gehört habe weiss zu überzeugen.

Und dann wäre da noch 2nd Edition von Gygax, ja, richtig gelesen. Die Band hat sich tatsächlich nach dem D&D Erfinder benannt, das alleine rechtfertigt ja schon den Kauf. Aber die Musik ist dann auch überraschend gut: manierlicher Classic Rock mit Doppel-Gitarren-Harmonien und Texten die ins Rollenspielerherz treffen.

Weil immer noch Platz auf dem iPad ist und der Geldbeutel sich nicht schnell genug versteckt hat, habe ich mir noch Manic Impressions von Anacrusis eingefahren. Eigentlich bloss weil da ein Cover von New Model Army’s I Love The World drauf ist und was soll ich sagen: grandiose Musik auch abseits des Songs. Die Knaben spielen progressiven Thrash mit einem der flexibelsten Sänger die ich je gehört habe. Da muss definitiv noch mehr davon in die Sammlung !

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