„Them“

War ja klar, dass ich mit den Patches nicht aufhören konnte. Der Backpatch auf meiner Kutte in den 80ern war „Abigail“ von King Diamond, da musste schon allein aus Tradition ein Motiv vom Falsettomeister auf die Jacke. „Them“ ist mein absolutes Lieblingsalbum der Band und das Artwork ist einfach großartig, allerdings befürchte ich dass der Aufnäher kein Original ist. Der Druck ist aber erstklassig.

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Hardcore Henry, Blacksad und The Course of Empire

Praktisch seit es das Genre der Egoshooter gibt dachte ich mir, jemand sollte mal einen kompletten Spielfilm ausschliesslich in der Ich-Perspektive drehen. Im eher durchscnittlichen DOOM Film kam dann so eine kurze Sequenz, aber der Rest war herkömmlich produziert. Mit Hardcore Henry hat es endlich jemand gewagt und ich bin hellauf begeistert. Man darf da jetzt kein cineastisches Meisterwerk erwarten, die Handlung ist relativ schlicht. Den Zuschauer erwartet ein Actionspektakel, etwa wie John Wick nur mit etwas mehr Verfolgungsjagden und Parkoureinlagen. Dabei sind etliche Gags eingestreut, so Schwarzenegger/Stallone Humor. Und obendrein kommt der Soundtrack ausgesprochen geschmackvoll daher, beispielsweise das famose For the Kill von Biting Elbows, im Video sieht man die halsbrecherischen Dreharbeiten. Großartig und der Beginn eines neuen Genres, da bin ich mir sicher. Henry ist aber bestimmt nichts für jedermann, allzu zart besaitet sollte man nicht sein und es hilft wenn der Sehapparat die Egoperspektive gewohnt ist, sonst wird man wohl leicht seekrank.

Blacksad hatte ich schon länger auf dem Schirm, jetzt gab es die Serie mal wieder digital im Angebot und da musste ich einfach zugreifen. Es ist ein Comic über einen hard-boiled-detective in Amerika, Mitte des 20. Jahrhunderts mit Kommunistenfurcht, Rassismus, Jazz und Poesie. Die Figuren sind anthropomorphe Tiere, der Held ist beispielsweise ein Kater und die Protagonisten teilen sich ihre Charakterzüge mit ihren animalischen Gegenstücken. Leider wird das Artwork im Lauf der Serie etwas schlichter, aber gerade die ersten beiden Bände sind eine absolute Augenweide. Die Geschichten sind aber allesamt famos.

Meine Lauscher verwöhne ich derzeit mit The Course of Empire, dem neuen Album der bayrischen Epic Metaller Atlantean Kodex. Eine Hymne jagt die nächste, alles sehr erhaben und mitreissend. Das Werk hat jedenfalls mit Leichtigkeit die neue Tool und auch New Model Army verdrängt und das will was heissen. Freunde von gemütlichem traditionellen Heavy Metal können bedenkenlos zugreifen.

Thoughts and Prayers, Age of Unreason, Thresholds & Paradox, 2nd Edition, Manic Impressions

Erst mal die Standards: Age of Unreason, das neue Bad Religion Album rockt bitterlich, zum Glück ist das kümmerliche The Kids are Alt-right nicht drauf. Thoughts and Prayers von den ähnlich gelagerten Good Riddance ist okay, aber die Burschen haben schon besseres aufgenommen. Einen Bonuspunkt gibt’s aber für den zynischen Titel.

Ich kann mich noch erinnern, dass Nocturnus mit Thresholds einen schweren Stand auf dem Pausenhof hatten: Synthesizer ! Ein paar Jahrzehnte später finde ich das Album grossartig, vor allem den Track Arctic Crypt. Ich hab mir das Album eigentlich bloss als Ergänzung zum gerade erschienenen Paradox rausgelassen, aber vor lauter Nostalgie komm ich einfach nicht dazu dem gebührend zu lauschen. Aber was ich bislang gehört habe weiss zu überzeugen.

Und dann wäre da noch 2nd Edition von Gygax, ja, richtig gelesen. Die Band hat sich tatsächlich nach dem D&D Erfinder benannt, das alleine rechtfertigt ja schon den Kauf. Aber die Musik ist dann auch überraschend gut: manierlicher Classic Rock mit Doppel-Gitarren-Harmonien und Texten die ins Rollenspielerherz treffen.

Weil immer noch Platz auf dem iPad ist und der Geldbeutel sich nicht schnell genug versteckt hat, habe ich mir noch Manic Impressions von Anacrusis eingefahren. Eigentlich bloss weil da ein Cover von New Model Army’s I Love The World drauf ist und was soll ich sagen: grandiose Musik auch abseits des Songs. Die Knaben spielen progressiven Thrash mit einem der flexibelsten Sänger die ich je gehört habe. Da muss definitiv noch mehr davon in die Sammlung !

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From Enslavement to World Downfall

Noch immer habe ich nicht alle Schallplatten die ich einst besessen habe in meiner digitalen Sammlung, es fehlte beispielsweise noch From Enslavement to Obliteration von Napalm Death, das mir Ende der Achtziger von einem Kumpel aus Trollerei geschenkt wurde, denn er wusste dass ich mit dem wüsten Geknüppel nichts anfangen kann. Das war das erste mal dass ich Blastspeed gehört habe und dementsprechend ein ziemlicher Kulturschock. Aber ein Track hatte es mir dann doch angetan und zwar der Zeitlupensong Evolved as One.

Als ich das Album in den Warekorb legen wollte ist mir ein Review aufgefallen in dem es als Meilenstein des Grindcore gepriesen wurde, aber noch besser sei World Downfall von Terrorizer, also hab ich das aus musikhistorischen Gründen gleich mit eingesackt in der Erwartung jedes der beiden Werke genau einmal zu hören und sie dann einzubalsamieren. Doch weit gefehlt: ich konnte gar nicht genug kriegen von World Downfall. Wenn man Grindcore zwischen Punk und Death Metal verortet, dann schwingt das Pendel hier deutlich in Richtung Punk, dabei ist aber alles sauber gespielt, insbesondere das Schlagzeug. Kein Wunder dass Pete Sandoval danach von Morbid Angel abgeworben wurde, was für ein Brett ! Aber das Album kommt bei aller Härt mit der Leichtfüssigkeit einer Hardcore-Punk Platte daher. Wundervoll.

Einmal angefixt habe ich mir noch ein späteres Werk, nämlich Caustic Attack zugelegt und auch das ist grandios, aber deutlich näher am Death Metal, worauf ich mir noch Sounds of the Animal Kingdom von Brutal Truth zugelegt habe und schwups bin ich zum Grindcore Fan mutiert. Wobei mich bei letzterem Langspieler das Stilmittel nervt wo sie nach dem Ende des Songs nochmal kurz nachlegen, ich denke da muss ich mal wieder an den Soundfiles herum manipulieren.

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Faszination Weltraum

Bestimmt ein dutzend Jahre sah mein Musikkonsum so aus: jeden Monat habe ich die Rock Hard und später das Deaf Forever gelesen und dazu noch die Visions um etwaige Indie-Heldentaten nicht zu verpassen. Alles was gut bewertet war und durch meinen Filter kam wurde in die Sammlung aufgenommen, ein- zweimal angehört und verschwand dann hinterm Aufmerksamkeitshorizont.

Nachdem ich vor geraumer Zeit meine iTunes Metadaten verloren hatte waren alle Songs auf 0 Wiedergaben, also hab ich mal eine Playlist über alles erstellt das ich seit dem Reset nicht gehört hatte. Wie es so meine Art ist habe ich die 10k ungehörten Stücke dann stoisch über fast 2 Jahre alle mal durchgehört.

Es waren bestimmt mindestens 100 Songs dabei die ich nie mehr wieder hören wollte, schlimmster Fehlkauf: Memento Collider von Virus, das läuft mir irgendwie gar nicht rein und das obwohl ich so Sachen wie Panzerballett oder Loincloth ohne mit der Wimper zu zucken anhören kann. Dafür habe ich natürlich etliche Bands wieder auf den Schirm bekommen die es wert wären mehr gehört zu werden (Smashing Pumpkins, Death, Chemical Brothers).

Statt mich also mit Neuerscheinungen einzudecken, fülle ich jetzt eher Lücken in der Sammlung, wobei man Kunde von Veröffentlichungen ja dank Twitter auch ohne Fachpresse reingedrückt bekommt (wobei ich mich frage warum zB. Bad Religion ihr neues Werk 3 Monate vor dem Erscheinen bewerben. Das hat doch jeder vergessen bis dahin ?)

Das beste aber war dass ich durch diesen Lauschmarathon motiviert war mal die Genres halbwegs sinnvoll zu pflegen. Ich hab ewig rumüberlegt, am besten wären natürlich mehrere Felder pro Song, dann wären die oben erwähnten Panzerballet sowohl Jazz als auch (Modern) Metal. Leider ist nur ein Textfeld erlaubt und jetzt habe ich die Genres halt als Pfade in einem Baum angelegt: /Metal/Epic beispielsweise. Wichtig ist ja letztlich nur dass man das in Playlisten gut verwursten kann, etwa alles was mit /Metal anfängt, aber nicht /Modern oder /Jazz enthält.

Egal, hier drei wundervolle Alben der letzten Zeit:

Candlemass / The Door to Doom, mit dem Sänger der das legendäre Epicus Doomicus Metallicus eingesungen hat. Und einem Gastauftritt von Tomi Iommi. Sehr erhaben alles.

Deserted Fear / Drowned by Humanity, ohrenschmeichelnder Death Metal, läuft geschmeidig runter wie einst Bolt Thrower.

Dubmood / Overshoot Days, was ganz anders: elektronische Musik, mit sanften Gesäusel und dem ein oder anderen unwiderstehlichen Kopfnickbeat.

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Obscura et al

Mein erstes Konzert dieses Jahr war ein Technisches Death Metal Massaker, es spielten First Fragment (recht ordentlich für den Opener), Allegaeon (ziemlich beeindruckend, kam gleich auf den Wunschzettel), Fallujah (die sind auf Konserve deutlich besser) und dann die großartigen Obscura.

Im Großen und Ganzen war es wundervoll aber der Klang hätte besser sein können: man hat die Leadgitarre kaum gehört und neben dem Schlagzeug achte ich da halt besonders drauf. Und das Schlagezug hat man zwar ausgezeichnet vernommen aber weil die Band praktisch den gesamten Auftritt über im Nebel stand habe ich ihn kein einziges mal gesehen. Aber hey, für 22 € haben die Jungs an einem Abend mehr Noten gespielt als so manch andere Band in ihrer gesamten Karriere. Ich hab mir dann das Shirt unten rausgelassen, weil ich blau so gern mag, dabei ist es von einer älteren Tour. Naja, dann kauf ich mir halt bei der bächsten Tour das Deluvium Shirt :-)