art spezial: Street Art

Obwohl ich mit Hip Hop wirklich gar nichts anfangen kann mag ich Graffiti sehr gerne, vor allem große bunte Pieces und am liebsten wenn comichafte Figuren enthalten sind. Lange Zeit habe ich Tags verachtet bis mir klar geworden ist dass sie notwendig sind damit sich der Nachwuchs ausprobieren kann, denn bekanntermassen ist noch nie ein Meister vom Himmel gefallen und wenn man als Gesellschaft so jemanden wie banksy wertschätzt muss man auch die ungelenken einfarbigen Schriftzüge ertragen.

Die Grenze zwischen Kunst und Sachbeschädigung ist natürlich fliessend, ich für meinen Teil ziehe sie dort wo etwas in seiner Funktionalität eingeschränkt wird: aus einem zugesprühten Zugfenster kann man nicht mehr herausschauen. Der Rest des Gefährts darf aber gerne verschönert werden, wie allgemein alles was sich in öffentlicher Hand befindet. Und ja, die Ordnungsmacht muss diese Taten verfolgen – allerdings mit gebührend niedriger Priorität und milderen Strafen als das im Allgemeinen gehandhabt wird (die 8 Jahre für Oz sind beispielsweise absurd).

Falls ihr euch für Street Art interessiert: es gibt eine art Spezialausgabe zum Thema mit ein paar lesenswerten Texten und noch mehr sehenswerten Kunstwerken. Mir hat das Mauerpflaster am besten gefallen. Wenn ihr darüber hinaus noch einen tieferen Einblick in die Sprüherkultur haben wollt, hört euch die Folge Züge anlacken bei Metrolaut an, da plaudert ein Graffitikünstler munter aus dem Nähkästchen. Beides sehr spannend und inspirierend.

Update: von Gulgur kam der Hinweis auf die hervorragende Dokumentation Unlike U in der  es wie in Züge anlacken um die Berliner Trainwriterszene geht.