art spezial: Street Art

Obwohl ich mit Hip Hop wirklich gar nichts anfangen kann mag ich Graffiti sehr gerne, vor allem große bunte Pieces und am liebsten wenn comichafte Figuren enthalten sind. Lange Zeit habe ich Tags verachtet bis mir klar geworden ist dass sie notwendig sind damit sich der Nachwuchs ausprobieren kann, denn bekanntermassen ist noch nie ein Meister vom Himmel gefallen und wenn man als Gesellschaft so jemanden wie banksy wertschätzt muss man auch die ungelenken einfarbigen Schriftzüge ertragen.

Die Grenze zwischen Kunst und Sachbeschädigung ist natürlich fliessend, ich für meinen Teil ziehe sie dort wo etwas in seiner Funktionalität eingeschränkt wird: aus einem zugesprühten Zugfenster kann man nicht mehr herausschauen. Der Rest des Gefährts darf aber gerne verschönert werden, wie allgemein alles was sich in öffentlicher Hand befindet. Und ja, die Ordnungsmacht muss diese Taten verfolgen – allerdings mit gebührend niedriger Priorität und milderen Strafen als das im Allgemeinen gehandhabt wird (die 8 Jahre für Oz sind beispielsweise absurd).

Falls ihr euch für Street Art interessiert: es gibt eine art Spezialausgabe zum Thema mit ein paar lesenswerten Texten und noch mehr sehenswerten Kunstwerken. Mir hat das Mauerpflaster am besten gefallen. Wenn ihr darüber hinaus noch einen tieferen Einblick in die Sprüherkultur haben wollt, hört euch die Folge Züge anlacken bei Metrolaut an, da plaudert ein Graffitikünstler munter aus dem Nähkästchen. Beides sehr spannend und inspirierend.

Update: von Gulgur kam der Hinweis auf die hervorragende Dokumentation Unlike U in der  es wie in Züge anlacken um die Berliner Trainwriterszene geht.

Körperwelten

Heute haben wir uns die Körperwelten Ausstellung angesehen und es war grandios. Die Exponate waren atemberaubend und dementsprechend ehrfürchtig war auch die Stimmung der Besucher, beinahe schon sakral. Thematisch geht es ausschliesslich um den menschlichen Körper, vom Fötus bis zum ausgewachsenen Homo Sapiens. Das hier war mein Lieblingsplastinat, quasi eine Explosionsansicht des Körpers.

KörperweltenEs werden immer nur eine begrenzte Zahl an Besuchern gleichzeitig in die Räume gelassen, dadurch hält sich der Andrang vor den Vitrinen angenehm in Grenzen. Sehr geschickt fand ich, dass die Exponate immer von allen Seiten zugänglich waren, man kann wirklich jedes anatomische Detail gründlich inspizieren. Die Ausstellung ist jedenfalls absolut sehenswert und ich freue mich schon auf die Gelegenheit zukünftig einmal plastinierte Tiere bestaunen zu können.

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O.R.pheus

Shpongle und meine Wenigkeit haben uns passend zu Halloween O.R.pheus angesehen. Das ist eine Installation in einem Luftschutzbunker unter dem alten botanischen Garten in München. Die beklemmende Atmosphäre in den kargen Räumen wird durch gruselige Geräusche aus an den Wänden montierten Lautsprechern unterstützt. Die Räume selbst sind mit allerlei altem medizinischen Gerät ausstaffiert und überall ist rosa Glibber. Man hat 30 Minuten Zeit die Installation alleine zu erforschen, ausgerüstet mit einem Smartphone und Kopfhörern wobei der Bunker als Halloweenschmankerl vollkommen unbeleuchet war – die Szenerie erhellte man mit dem Licht des Handys. In der Installation sind codierte Grafiken angebracht, die beim Fokussieren für Augmented Reality Elemente sorgen.

Die Stimmung bei O.R.pheus hat mich etwas an die 50er Jahre Levels von Portal 2 erinnert, dafür sorgte auch die musikalische Untermalung in den AR-Sequenzen. Ich fand das Projekt spannend aber wahrlich kein Schnäppchen für 18 Euro. Günstiger lässt sich so etwas aber vermutlich nicht aufziehen, bei 2 Kunden jede 30 Minuten (es sind eigentlich 2 getrennte Installationen, die sich auch etwas voneinander unterscheiden). Mich hat es jedenfalls beeindruckt.

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