Possession ist das neueste Album der kauzigen Retro-Okkult-Rocker Christian Mistress. Die Musik ist ziemlich doomig, aber es sind auch einige Uptempo Nummern dabei. Die Songs sind sehr verspielt, die Gitarren haben viel Raum für allerlei wohlfeile Dudeleien und es gibt zahlreiche Tempowechsel. Garniert wird das Ganze von der angenehm unspektakulären Stimme der Sängerin, die von sich selbst sagt sie würde eher wie ein Mann klingen was ich nicht bestätigen kann. Erwähnenswert ist auch die Art wie die Scheibe produziert ist: knochentrocken, mit Mut zu dünnem Klang ohne jedes Soundloch zu stopfen. Das macht die Musik vollkommen nachvollziehbar, es ist immer hörbar welches Instrument gerade was macht, quasi wie eine Livedarbietung. Sehr feines Ding, das auch nach dutzenden Durchläufen nicht langweilig wird. Wenn ich überhaupt ein Stück hervorheben kann, dann wohl „All Abandon“. Ich bin entzückt.
Cachetrip nach Südtirol
Pandämonium
Pandämonium ist ein Gruselcomic von Christophe Bec im Albenformat, wobei Ehapa alle drei Bände in einem einzelnen Sammelband veröffentlich hat. Erzählt wird die Geschichte von Doris, die in ihrer Jugend an Tuberkulose erkrankte und die Krankheit im Waverly Hills Sanatorium überstand. Jetzt zeigt Cora, ihre Tochter Symptome der Seuche und Doris beschliesst sie in das Krankenhaus zu bringen in dem auch sie selbst kuriert wurde. Bereits nach einigen Tage geschehen merkwürdige Dinge, Cora behauptet mit verstorbenen Patienten reden zu können und auch die lebenden Bewohner des Sanatoriums haben finstere Geheimnisse.
Die Geschichte basiert auf den Spuksagen die sich um das real existierende Waverly Hills Sanatorium in Kentucky ranken.
Das Comic hat mir ausserordentlich gut gefallen, vor allem wegen Becs cinematischer Erzählweise. Die Zeichnungen stammen von Stefano Raffaele, dessen Stil sehr amerikanisch ist. Alles wird realistisch dargestellt und dadurch kommen die phantastischen Elemente vortrefflich zur Geltung. Ach ja und dieser grässliche „All in One“ Aufkleber auf dem Cover liess sich dankenswerterweise rückstandslos entfernen, das hatte mir beim Kauf arge Sorgen bereitet.
Nerdshirt des Monats
Skandal im Müsliregal
Ich bin ja ein ausgewiesener Müslifan. Neuerdings knusper ich mich durch die Biomüslis vom Ökosupermarkt und muss sagen, da sind schon einige Köstlichkeiten dabei. Die sind zwar etwas teurer als das Volkshaferflockennüsseweintraubengemisch, aber dafür auch wohlschmeckender und vor allem abwechslungsreicher. Das Let’s Rock Müsli etwa finde ich unfassbar lecker, aber das Verhältnis Packung zu Inhalt ist, äh, verbesserungswürdig.
Gratis Comic Tag
Nächsten Samstag, am 12.5.2012 ist wieder Gratis Comic Tag. An diesem Tag kann man zum Bildbandverkäufer seines Vertrauens pilgern und umsonst ein paar Heftchen abstauben, meistens kann man sogar aussuchen was man gerne möchte – das hängt vom jeweiligen Händler ab. Selbst für manische Sammler wie mich ist das interessant, nicht um der Comics selbst wegen denn die sind verständlicherweise nicht auf dem besten Papier gedruckt, sondern um Neues zu entdecken oder schlimmstenfalls den Zeitschriftenstapel auf dem stillen Örtchen zu erweitern.
Falls ihr eine Entscheidungshilfe braucht: ich empfehle Thorgal, Zombies und Sweet Tooth.
Dein letztes Leben
Dein letztes Leben ist ein Comic das die aus Tron oder Otherland bekannte Geschichte neu erzählt: Menschen werden aus der realen Welt in die Virtualität gezogen und müssen sich dort in Computerspielen beweisen, wobei eine Niederlage auch Konsequenzen in der Realität hat. Die zweibändige Miniserie von Juan Gimenez ist ein rasantes Popcorn-Cyber-Actioncomic mit Spannung, Explosionen und üppigen Dekolletées. Wen diese Reizwörter ansprechen, der wird seine Freude an der Bildgeschichte haben.
Etwas irritert war ich von der Darstellung eines Panzers mit drei Ketten, der soll offenbar nur geradeausfahren können denn gedreht werden kann so ein Tank ja nur durch die unterschiedliche Laufrichtung zweier Ketten. Gestört hat mich auch dass die Spiele in dieser Zukunftsvision auf antiken Disketten ausgeliefert werden, da hätte man sich einen klischeeloseren McGuffin ausdenken können. Davon abgesehen fand ich die graphische Umsetzung jedoch sehr stimmig, es werden zahlreiche Computerspielgenres abgedeckt und alles wirkt für den geneigten Zocker angenehm vertraut. Sehr unterhaltsam.
We’re alive
Wer nach der derzeitigen Flut von Zombiegeschichten immer noch nicht genug von den wandelnden Toten hat kann sich We’re alive anhören, ein amerikanisches Hörspiel in 84 Teilen mit je etwa 10-20 Minuten Länge. Erzählt wird die Geschichte einer Gruppe zufällig zusammengewürfelter Überlebender der Zombieapokalypse, die sich in einem Apartmenthaus in Los Angeles verbarrikadieren. Das Hörspiel ist auffallend professionell produziert und kostenlos, Fans können sich das Machwerk aber auch auf CD kaufen.
Mir gefällt’s, aber ich habe erst 6 Episoden gehört.
Update: Nach 20 Episoden fand ich es etwas fad, irgendwie vermisse ich doch die Splatterszenen wenn es um Zombies geht.





