Solitairica

Solitairica ist gerade mein Handyspiel der Wahl für den schnellen Zock zwischendurch. Im Grunde ist es ist eine Patience, bei der man Rogue-artig einen Dungeon beackert und dort 18 Monster + den Endboss bekämpft.

Dazu versucht man die aufgedeckte Karte mit einer der ausliegenden Karten zu paaren, wobei die Zielkarte eins mehr oder weniger wert sein muss. Immer wenn eine Karte aufgedeckt oder entfernt wird, erhält man Energie je nach Farbe der Karte. Und diese Energie kann man dann einsetzen um Zaubersprüche zu aktivieren, die auf die eine oder andere Art helfen die ausgelegten Karten abzuräumen.

Zwischen den Spielen einer Serie kann man Gegenstände und Zaubersprüche kaufen und als langfristige Motivation kann man seinem Helden dauerhaft neue Fähigkeiten erlernen oder die Anzahl der möglichen Gegenstände erhöhen.

Ausgesprochen spassig, herausfordernd und deutlich spannender als jedes herkömmliche Solitaire. Es kostet ein paar Taler, aber dafür wird man nicht mit Werbung belästigt.

Keyforge

Keyforge ist ein neues Kartenspiel von Richard Garfield und es hat einige Ähnlichkeiten mit beispielsweise Magic the Gathering, aber es gibt einen entscheidenden Unterschied: es ist kein Sammelkartenspiel. Vermarktet wird es als „Unique Deck Game“, das bedeutet man kauft sich für etwa 10€ eine Schachtel die ein einzigartiges Deck enthält und mit diesem spielt man dann, ohne dass man die Zusammenstellung der Karten ändern kann.

Der Clou ist, dass die Rückseite der Karten in jedem einzelnen Deck unterschiedlich ist, was nicht weniger als eine produktionstechnische Meisterleistung ist. Ein Algorithmus bestimmt welche Karten enthalten sind und dann wird ein Name für das Set zusammengewürfelt und das Bild eines Avatars generiert. Nochmal, weil ich es so unfassbar finde: jedes Deck hat eine einzigartige Rückseite, das sieht dann beispielsweise so aus:

Es gibt 7 Fraktionen, denen eine Karte angehören kann und jedes Deck besteht aus 3 Fraktionen mit je 12 Karten. Es gibt unterschiedliche Seltenheitsgrade, aber die spielen nur eine Rolle für die zufällige Zusammenstellung. Der Spielablauf erinnert natürlich etwas an Magic, aber es gibt deutliche Unterschiede. So haben die Karten keine Kosten, die zu zahlen sind, sondern man entscheidet zu Beginn jeder Runde welche Fraktion man spielen möchte und dann kann man beliebig Karten dieser Fraktion ausspielen oder welche nutzen die sich bereits im Spiel befinden. Alle anderen Karten können diese Runde nicht benutzt werden. Das sorgt dafür, dass wenn man beispielsweise einen starken Zug mit den Marsianern hatte, man in der folgenden Runde entweder wieder die Marsianer wählt, dann aber meist nur wenige Karten dieser Fraktion spielen kann, einfach weil man schon so viele davon ausgespielt hat. Oder man nimmt eine ander Fraktion, aber dann kann man die Marsianer, die man zuvor gespielt hat diese Runde nicht aktivieren.

Im Gegensatz zu Magic geht es nicht darum die Lebenspunkte des Gegners auf 0 zu reduzieren, sondern man muss Schlüssel schmieden und das tut man indem man Aember ausgibt. Aember bekommt man meist indem man eine Kreatur zum Arbeiten schickt, statt sie zu benutzen um eine gegnerische Kreatur zu bekämpfen. Es geht also etwas friedlicher zu, denn wer nur kämpft, kann keine Schlüssel schmieden. Wer zuerst 3 Schlüssel sein Eigen nennen kann, gewinnt das Spiel.

Ich kann nur raten das Spiel einmal auszuprobieren, gerade wenn man Magic immer gescheut hat, weil es doch recht teuer ist. Hier kann man für ein paar Euronen in die Welt der komplexen Kartenspiele eintauchen, es ist ein bisserl wie wenn man mit vorkonstruierten Magic Decks spielt, nur dass Keyforge etwas besser ausbalanciert zu sein scheint. Vor kurzem ist die erst Erweiterung erschienen, was den Wiederspielwert noch einmal deutlich erhöht. Ich kann mir gut vorstellen dass das nicht das einzige „Unique Deck Game“ bleiben wird und würde zu gern mal sehen wie genau die Karten hergestellt werden. Klare Empfehlung meinerseits.

Not Alone

Von der Spielwiesen neulich habe ich Not Alone mitgebracht, ein Kartenspiel bei dem die Spieler auf dem Planeten eines feindlich gesonnen Aliens notlanden und von dort so schnell wie möglich entkommen müssen. Ein Spieler übernimmt dabei die Rolle des Ausserirdischen und der hat finstere Pläne für die Eindringlinge.

Gespielt wird so: jede Runde bestimmen alle Menschen geheim durch das Ablegen einer Karte an welchem Ort sie sich diese Runde befinden, das Alien sucht sich dann aus wo es zuschlagen will und wenn es jemanden erwischt kommt es dem Sieg einen Schritt näher. Die Verfolgten versuchen indessen so lange auszuharren bis die Rettungskapsel ankommt, wobei sie Nutzen aus den besuchten Orten ziehen können, meist geht es darum Karten zu ziehen was auch bitter nötig ist denn je weniger Karten man auf der Hand hat desto größer ist die Wahrscheinlichkeit dass das Alien errät wo man sich nächste Runde aufhalten wird.

Das Alien bekommt dazu noch steten Nachschub an Aktionskarten, die in bestimmten Phasen spielbar sind, typischerweise sind das zusätzliche Angriffe. Die Astronauten können mit etwas Mühe auch an die ein oder andere solche Karte herankommen und die ist dann ziemlich mächtig. Eine lässt den Spieler beispielsweise in letzter Sekunde entkommen falls das Alien seinen Aufenthaltsort richtig geraten hat. Sehr ärgerlich wenn man derJäger ist.

Not Alone

Wirklich gut funktioniert in dem Spiel dass man sich als Mensch tatsächlich gehetzt fühlt, man muss ja jede Runde aussuchen wo man sich versteckt und dann entscheidet der Ausserirdische in nervenaufreibenden Sekunden, wo er zuschlagen will. Und wenn man entkommen ist kann man sich nur kurz (aber intensiv) darüber freuen und den Effekt geniessen den der besuchte Ort einem gewärt bis es dann schon wieder daran geht sein nächtes Versteck auszuwählen.

Not Alone ist ein spannendes, schnell erlerntes Spiel für zwischendurch, einer muss halt das Alien spielen aber dafür hat der es etwas leichter. Die Karten sehen klasse aus und die Alienmarker auch aber diese Holzspielsteine die noch dabei waren wirken irgendwie anachronistisch in dem SciFi Setting. Ach und der Name des Verlags passt auch: Geek Attitude Games.