Vain Glory & Tiny Bubbles

Vain Glory ist ein passables MOBA, das besondere daran ist dass es sowohl auf PC/Mac als auch auf iOs/Android spielbar ist. Vom Gameplay her unterscheidet es sich nicht arg von beispielsweise Dota 2: es gibt 3 Lanes auf denen Wellen von Creeps zum Gegner humpeln, jede Basis ist mit Türmen abgesichert, man spielt einen Helden mit (meist) 3 speziellen Eigenschaften, kann den Helden hochleveln und mit allerlei Utensilien ausstatten. Wer zuerst das Hauptgebäude des Gegners zerstört, gewinnt.

Ich zocke Vain Glory auf dem iPad und bin schwer begeistert wie geschmeidig das von Statten geht. So kann man etwa eine Strategie auswählen nach der man seinen Helden steigern will und dann kauft einem das System automatisch die entsprechenden Gegenstände sobald man in der Nähe eines Shops ist und steigert auch die Fähigkeiten entsprechend. Und die Community macht einen relativ wohlerzogenen Eindruck was dem Karamasystem gutzuschreiben ist: nach jedem Spiel kann man Mitspieler/Gegner massregelen oder loben und ab und an bekommt man eine Nachricht dass jemand den man verpetzt hat wegen toxischem Verhalten bestraft wird. Wichtiger ist aber die positive Verstärkung: wenn man sehr gutes Karma hat (und dafür muss man schon ein bisserl ein Heiliger sein) bekommt man mehr interne Währung mit der man dann neue Helden freischalten kann.

Sehr spassig und Sofa-kompatibel, die Monetarisierung wird in erster Linie über kosmetische Goodies gemacht (unter anderem kann man Hüte haben) und ist bemerkenswert dezent. Ich hab mir so einen Season Pass rausgelassen, da kommt man dann etwas schneller an neue Helden und Skins, Emojis usw. Mein Lieblingsheld ist natürlich Skaarf, der feuerspeiende Drache. Unten hab ich grad einen feindlichen Skaarf gemeuchelt 8-)

Und dann spiele ich noch sehr gern Tiny Bubbles, ein Puzzlegame bei dem man organisch anmutende Blasen platzen lassen muss. Dafür müssen sich mindestens 4 gleichfarbige Bubbles berühren und man kann Farben mischen, Ränder zerschneiden und so. Dazu im Hintergrund besänftigende Plitsch-Platsch-Geräusche und ein verträumter Soundtrack sorgen für meditativ-entspannte Tipporgien. Ach und es ist eins dieser seltenen Spiele wo man einmal was zahlt und dann nie mehr belästigt wird.

Life Goes On

Life Goes On ist ein wunderbarer Puzzle-Platformer mit einem witzigen Twist: von den Rittern mit denen man die Rätsel zu lösen sucht gibt es unendlichen Nachschub. Entgegen den üblichen Jump & Run Gewohnheiten ist es hier völlig egal wie oft die Spielfigur das Zeitliche segnet, ganz im Gegenteil: man muss fast immer Blechkameraden opfern um die Mission zu erfüllen. Im einfachsten Fall – und wie im Bild oben zu sehe – baut man eine Brücke aus Leichen um ein Hindernis zu überwinden. Feuer gilt es zu meiden, denn das vernichtet die nützlichen Körper und darüber hinaus gibt es noch etliche weitere Spielelemente die einem das Leben schwer machen.

Geschicklichkeit ist nötig, aber hauptsächlich ist Grips gefragt und etwas schwarzen Humor sollte man auch noch mitbringen. Wer Spiele dieser Art mag, kann bedenkenlos zuschlagen, bei Steam gab es Life Goes On vor kurzem für milde 2 €.

Orbia

Mein derzeitiges Lieblingsspiel auf dem Handy ist Orbia. Das Ziel ist denkbar einfach: man muss lediglich zum richtigen Zeitpunkt auf das Display tippen, dann fetzt die Spielfigur in gerader Linie zum nächsten Kreis. Das wäre trivial, wenn sich nicht diese schwarzen Knödel mit den Leuchtaugen rings herum bewegen würden. Beim ersten mal ausprobieren bin ich gleich eine halbe Stunde in Orbia versunken und das ist ja quasi der Ritterschlag. Die Monetarisierung ist vergleichsweise unaufdringlich: für einen kleinen Obulus kann man die Werbung wegkaufen und wenn man möchte gibt es noch verschiedene Buffs die man bezahlen kann, man kann sie aber auch freispielen. Ideale App um ein paar Minuten beim Warten auf die U-Bahn herumzubekommen.

Pokémon Go, Card Thief und Cesium

Pokémon Go liegt bei mir jetzt erst mal auf Eis, in erster Linie weil man für eine komplette Sammlung dazu gezwungen ist unter sanftem Zeitdruck diese Raids zu absolvieren wo man dann jahreszeitbedingt im Dunklen vor Kälte schlotternd in der Landschaft herumsteht um mit etwas Glück ein Monster zu erhaschen das man auf andere Weise nicht bekommen kann. Dabei bewegt man sich ja bloss von der Wohnung bis zur nächstgelegenen Arena und das konterkariert ja genau den ursprünglichen Grund warum ich das Spiel mochte: dass es zu ausgedehnten Spaziergängen anregt. Zudem werde ich nicht gerne fremdbestimmt. Aber hey, immerhin bin ich 1400km gehatscht.

Die Suche nach spassigen Handygames ist gar nicht so leicht, die meisten zwingen einem solche habit-building Mechanismen auf und versuchen dem Zocker mit allen Tricks Kohlen durch in-App-Käufe abzunötigen. Magic Puzzle Quest ist so ein Spiel, man kann alle 2 Stunden eine kostenlose Karte abstauben, neue Planeswalker und Karten gibt’s in endlicher Zeit nur für bare Münze und dabei ist das Spiel selbst ein eher fades Match-3 mit einem Minimal Kartenspiel obendrauf. Da spielt man doch lieber Plants vs Zombies Heroes, da zwar Werbung kucken um Karten zu farmen aber dafür ist das Gameplay wirklich gut.

Dafür habe ich viel Freude an Card Thief, das kostet einmalig ein paar Euro und dann nichts mehr, weder in-App-Käufe noch Lebenszeit durch Werbung. Eine echte Seltenheit ! Das Game selbst ist so eine Art Solitaire-Dungeon-Crawl bei dem man versucht mit seinem Langfinger möglichst clever Schätze abzuräumen ohne von den Wachen ertappt zu werden. Durch die zufällig generierten Levels wird es nicht schnell langweilig und es gibt etliche Gadgets zu erspielen, die dem geneigten Dieb die Beutezüge erleichtern. Sehr fein.

Dann musste ich fürchterlich über die von Apple mitgelieferte Musik App aufregen, denn seit irgendeinem Update werden meine mühevoll kuratierten Liedtexte nicht mehr angezeigt. Und auch sonst habe ich den Eindruck dass mit jedem Update Features wegrationalisiert werden um den Nutzer ja nicht zu verwirren. Jetzt habe ich notgedrungen Cesium für sanfte 2€ erworben und bin damit mehr als zufrieden: Lyrics werden wieder angezeigt, die Bedienung ist geschmeidig, man kann wieder mit 1-5 Sternen bewerten (statt like und dislike) und obendrein werden noch Metainformationen wie die Anzahl der Wiedergaben, die letzte Wiedergabe, Komponist und mehr dergleichen angezeigt. Geht doch.

Hooked und PvZ Heroes

Hooked: How to Build Habit-Forming Products von Nir Eyal ist ein Buch das erklärt wie man Anwendungen baut die ihre Benutzung zur Gewohnheit macht. Das erstrebte Ziel wäre dann etwas wie Twitter oder Facebook, das zigfach am Tag aus einem Habitus heraus aufgerufen wird und irgendwann ein so essentieller Teil der täglichen Routine wird wie die morgentliche Dusche. Im Grunde lässt sich das Rezept so zusammenfassen: Trigger -> Aktion -> Variable Belohnung -> Investition.

Das ist interessant und gruselig zugleich, wenn man merkt wir sehr einen kleine Programme mit einfachsten Tricks in Beschlag nehmen. Mein Favorit wäre da Plants vs Zobies: Heroes.

Das ist ein extrem geschmeidiges Handygame, eine Art Sammelkartenspiel das sich leicht auf dem kleinen Display spielen lässt und trotzdem genug Tiefe hat um auch länger Spass zu machen. Das Kartenspiel selbst ist gelungen, man kann Helden und Karten sammeln, es gibt tägliche Questen, einen Mehrspielermodus und natürlich die unvermeidlichen Minitransaktionen. Bemerkenswert ist wie gut die Usability ist und wie robust alles funktioniert. Ich glaube ich hatte noch keinen einzigen Crash (wenn man das mit Pokémon Go vergleicht…).

Wenn man kein Geld investieren möchte, kann man ein tägliches Kontingent an Werbung sehen, dafür wird man dann mit Kristallen belohnt. Auf die Weise kann man jede Woche einen neuen Helden freischalten, wenn man keine Ambitionen hat zur Weltspitze zu gehören sondern nur jeden Tag ne halbe Stunde ein solides Sammelkartenspiel zocken mag ist PvZH wirklich grandios. Besonders mag ich diese Puzzlemissionen wo man eine knifflige Spielsituation lösen muss. Und mein liebstes Deck sind Imp Piraten, die Combo die einen Karten ziehen lässt ist einfach großartig.

Pokemon Go

Die anfängliche Begeisterung über Pokemon Go wich bei mir recht schnell nachdem letztes Jahr der Herbst mit Kälte und Nässe daher kam. Irgendwann um Ostern herum habe ich das Spiel dann wieder ausgepackt und seit dem zocke ich regelmässig und durchaus enthusiastisch. Die Entwickler haben gute Arbeit geleistet und vor allem das neue Arenasystem hat den Langzeitspass deutlich angekurbelt. Mittlerweile habe ich es tatsächlich geschafft alle Pokémon einzusacken die man derzeit hierzulande erhaschen kann und bin dabei stattliche 900km durch die Gegend gehatscht. Genau das war auch meine Intention dahinter die Monsterjagd intensiver anzugehen: ich brauche einfach Motivation um mich dazu zu bringen mich zu bewegen, gerade auch wenn das Wetter mal nicht so einladend ist. Und es funktioniert: selbst bei garstigem Dauerregen finde ich mich zusammen mit Hundebesitzern und unverwüstlichen Joggern in irgendeinem Park wieder, unter 5km endet selten ein Spaziergang, mein Rekord sind etwa 22km an einem Tag.

Damit in diesem Winter nicht die Bequemlichkeit siegt habe ich mir so ein Pokemon Go Plus Gadget herausgelassen, weil man damit zum einen den Handyakku schont und zum anderen die Hand nicht aus der Jackentasche nehmen muss wenn man ein Taschenmonster fangen mag. Die Fangrate ist dabei leider etwas dürftig, etwa 50% landen in der Sammlung. Wenn man manuell auf die Jagd geht, entwischt einem eigentlich so gut wie keines der Viecher, dafür ist es aber unfassbar bequem wenn man bloss einen Knopf drücken muss. Kann ich also schon empfehlen, wenn man damit klarkommt dass gerade die selteneren und stärkeren Pokémon entkommen.

Und selbst wenn man alles komplett hat gibt es immer noch genug zu tun, denn es gilt alle Arenen im Umkreis zu erobern und zu verteidigen um möglichst viele als „golden“ in der Sammlung zu haben und natürlich wollen auch die Kämpfer ständig weiterentwickelt werden. Oder man versucht möglichst alle Pokémon mit 100% IV zu besitzen (die App Pokegenie hilft beim Bewerten). Die Arbeit geht also nicht aus und früher oder später wird die nächste Generation freigeschaltet.

Meiner Einschätzung nach ist Pokémon Go das World of Warcraft der Location-based Handygames und wird sicher noch ein paar Jährchen eine treue Spielerschar begeistern.

Clash Royale und Rumms!

So ganz habe ich das Computerspielen nun doch nicht aufgegeben und so zocke ich ab und an mal ein bisserl auf dem iPhone. Das meiste finde ich schon nach ein paar Spielen langweilig, aber an Clash Royale bin ich jetzt doch ein paar Wochen lang hängen geblieben. Das ist so eine Mischung aus Tower Defense und Sammelkartenspiel: man baut sich ein Deck aus seiner Kartensammlung und kämpft dann in Echtzeit gegen zufällig ausgeloste Spieler aus aller Herren Länder.

Jede Karte kostet eine bestimmte Menge an Elixir und damit beschwört man Truppen, baut Verteidigungsanlagen oder schleudert Feuerbälle auf die Schergen des Feindes. Wie heutzutage üblich verdient der Hersteller über in-App Käufe, denn mit echtem Geld kann man sich schnelleren Fortschritt im Spiel erkaufen. Allerdings streitet man ja immer gegen Spieler die etwa dem eigenen Level entsprechen, wenn man aufsteigt werden also auch die Schlachten schwieriger. Momentan versuche ich mich in Arena 7 festzuklammern, steige aber immer wieder ab, vor allem wenn ich an meinem Deck herum schraube. Taugt ausgesprochen gut für tägliche 15 Minuten Scharmützel.

Und dann habe ich mir noch quasi die Offlinevariante davon rausgelassen, ein wunderbares Brettspiel mit dem selten dämlichen Namen „Rumms – Voll auf die Krone„. Aber okay, es ist ein Kinderspiel da sei das verziehen, das Original heisst übrigens Cube Quest.

Ziel ist es den Königswürfel des Gegners von der schicken Spielmatte zu schubsen und das macht man indem man seine eigenen Würfel mehr oder weniger brachial schnippst. Seine Armee kauft man sich über ein Punktesystem ein, wobei die Einheiten die in einer Box enthalten sind leider nicht genügen um extreme Taktiken umzusetzen. Aber am besten spielt man das Spiel vermutlich eh in Form kleiner Turniere mit 2 Sets.

Es ist jedenfalls ein großartiger Spass, gerade als Abwechslung nach einem kopflastigen Brettspiel und täuscht euch nicht, da sind schon ein paar Untiefen verborgen, allein für die beste Aufstellung der royalen Verteidiger kann man schon mal minutenlange physikalische Überlegungen anstrengen. Nervig ist lediglich dass die Würfel natürlich kreuz und quer durchs Zimmer fliegen, egal wie sehr man versucht sie mit dem Kartondeckel aufzuhalten. Aber das gehört halt einfach dazu, also gleich Schutzbrille mit bestellen.