Wem The Walking Dead zu soft ist, der kann sich mal Crossed ansehen, ein Indy Splattercomic in dem die allseits beliebten Zombies durch sadistische Wahnsinnige ausgetauscht wurden. Über die ansteckende Krankheit, die zum Berserkertum führt und kreuzförmige Exzeme in den Gesichtern der Betroffenen verursacht erfährt man im ersten Sammelband nichts, wohl aber über die Auswirkungen wie etwa das Bedürfnis Leute mit einem abgerissenen Pferdeschniedel zu erschlagen. Die Zeichnungen sind bestenfalls durchschnittlich und sehr explizit mit der Tendenz zu ekelhaft, die Handlung wirkt etwas planlos. Trotzdem ist Crossed recht unterhaltsam aber vom Gefühl beim Lesen her etwa so wie wenn man einen Autounfall begafft, man möchte sich danach ausgiebig duschen. Splatterfans könnte das Comic gefallen, der Rest kann es getrost ignorieren.
Thunderstone
Wenn man gemein ist, kann man Thunderstone als dreiste Kopie des erfolgreichen Kartenspiels Dominion bezeichnen. Der Grundmechanismus ist der gleiche, also dass man im Verlauf des Spiels sein Kartendeck optimiert um am Schluss mit möglichst vielen Siegpunkten zu gewinnen. Allerdings gefällt mir das Thema bei Thunderstone besser: der Spieler übernimmt das Kommando über eine Heldengruppe und begibt sich in einen Dungeon auf der Suche nach dem legendären Donnerstein. Grob gesagt kann man in seiner Runde entweder ein Monster bekämpfen oder neue Karten im Dorf erwerben um damit besser Monster bekämpfen zu können.
Die Karten sind ansprechend gestaltet aber wie bei komplexen Kartenspielen üblich nimmt das Sortieren und Sortiert halten des Ganzen beträchtliche Zeit in Anspruch. Wenn man mehrere Partien an einem Abend spielen will muss man schon einige Zeit damit verbringen Ordnung zu halten. Interaktion zwischen den Spielern findet so gut wie gar nicht statt, man kann lediglich einen Kartenstapel leerkaufen und die Karte damit anderen verweigern. Allerdings haben wir bislang nur das Basisspiel verwendet, eventuell gibt es in den Erweiterungen Karten mit denen man direkter auf seine Konkurrenten einwirken kann. Ausserdem war bei uns der Spielablauf recht statisch, die ersten Runden verbringt man im Dorf mit Kartenkauf und Deckoptimierung und dann gibt es keine guten Karten mehr zu kaufen und man kämpft mehr oder weniger erfolgreich im Dungeon oder setzt eine Runde aus wenn man eine schlechte Hand gezogen hat. Trotzdem macht Thunderstone Spass und ich denke die erste Erweiterung werde ich mir in jedem Fall noch zulegen.
Freedom ™
Freedom ™ ist der zweite Teil von Daemon und spinnt die Geschichte um das Darknet und Sobols Dämon weiter. Ich fand das Buch nicht ganz so interessant wie den Vorgänger, hauptsächlich weil die besten Ideen schon verbraucht waren. Oder anders ausgedrückt war es mir zuviel Action und zuwenig Gedankenfutter. Wer den ersten Teil gelesen hat und ihn gut fand, kommt um die Fortsetzung eigentlich nicht herum – man will ja schliesslich wissen welches Ende die Geschichte nimmt.
Gaston
Huhn im Wald
Ein Huhn rennt durch den Wald
Und macht ganz plötzlich halt
Dann scharrt es kurz im Dreck
Und rennt gleich wieder weg.
Nerdshirt des Monats
Playtastic Kugelachterbahn
Shpongle kennt mein Faible für Achterbahnen recht gut, schliesslich musste er schon einige rasante Fahrten mit mir überstehen. So begab es sich, dass er mir eine Kugelachterbahn zum Wintersonnwendfest schenkte für die ich mich an dieser Stelle recht artig bedanken möchte.
Ich hatte gut 2 Stunden große Bastelfreude, allerdings habe ich das Ding am Ende nicht wirklich zum Laufen bekommen. Das Problem ist, dass die Schienen auf denen die Metallkugeln laufen sollen sehr störrisch sind und nur mit viel Geduld (nicht gerade meine Stärke) in die richtige Bahn gezwängt werden können. Die ganze Konstruktion ist zudem sehr wackelig, was daran liegt dass die tragenden Elemente nicht vernünftig miteinander fixiert werden können. Prinzipiell lief die Kugel ihren Weg, aber den Looping am Ende schaffte sie nie.
Beim Basteln habe ich mir dann noch eine dieser Metallstange in den Finger gerammt, wer den Bausatz selbst einmal ausprobieren möchte sei gewarnt: die Stäbe sind sehr scharf an den Enden ! Mal sehen ob der nächste Besitzer der Kugelachterbahn mehr Fingerspitzengefühl an den Tag legt als ich, Shpongle, ich blicke in deine Richtung…
The Underwater Welder
The Underwater Welder von Jeff Lemire (Sweet Tooth) ist ein graphischer Roman über einen Taucher, der ein übersinnliches Erlebnis bei seiner Arbeit an einer Ölplattform hat. Während seine hochschwangere Frau ihn dringend in ihrer Nähe bräuchte, zieht es ihn unwiederstehlich in die Tiefe wo Vergangenheit und Gegenwart verschmelzen und dort erfährt er etwas über das Verschwinden seines Vaters an Halloween vor einigen Jahren.
Gezeichnet ist das Comic in skizzenhaftem Schwarzweiss, die Panels laden nicht gerade zu längerem Verweilen ein aber sie unterstützen die Stimmung der Geschichte vortrefflich. Besonders gelungen fand ich die Dialoge und den Erzählfluss insgesamt, ich konnte den Band nicht aus der Hand legen, die Sogwirkung war einfach zu stark. Die Handlung ist tatsächlich vergleichbar mit einer Folge aus der Twilight Zone, wie auf dem Klappentext zu lesen ist. Also keine Gruselgeschichte sondern eher eine mysteriöse Begebenheit, teils recht poetisch erzählt. Ich fand es lesenswert.


