Spirou in Berlin und Envy the Night

Spirou in Berlin hatte ich schon ewig auf meiner Leseliste, aber die Serie gibt es nicht auf Comixology und ich wollte den Band auch auf deutsch lesen. Aber es war wie verhext: immer wenn ich das Comic kaufen wollte, war es nicht vorrätig und irgendwann war die Erstauflage vergriffen und ich habe es aus den Augen verloren, denn etwas im Buchhandel bestellen und dann nochmal wiederkommen zum Abholen ist irgendwie nicht so meins. Aber jetzt habe ich es geschenkt bekommen, bin gerade fertig geworden und muss sagen: Flix ist völlig zurecht der erste deutsche Zeichner der einen Spirou malen durfte, denn er hat nicht nur einen geschmeidigen Strich sondern er kann auch Geschichten erzählen und hat ein feines Gespür für Komik. Und obendrein merkt man bei Flix die Einflüsse, die mir wichtig sind: Bill Watterson und Hergé. Das Comic ist ein typisches Spirou und Fantasio Abenteuer, es spielt in der DDR kurz vor dem Mauerfall und ist voller Anspielungen und Déja-vus. Wirklich toll.

Nachdem mir How it Happened so gut gefallen hat, habe ich mir mit Envy the Night einen weiteren Thriller von Michael Koryta reingezogen, aber wie es oft der Fall ist wenn man hohe Erwartungen hat, war ich etwas enttäuscht. Handwerklich ist das Buch schon okay und es kommt auch ein Quäntchen Spannung auf, aber so richtig mitgerissen hat es mich leider nicht.

Creative Pebble und PAC SNI-1/3.5

Mein Monitor hat ja USB Anschlüsse und eine Klinkenbuchse und wenn ich mein Notebook anschliesse werden Klänge via HDMI an den Bildschirm übertragen. Da lag es nahe externe Lautsprecher anzuschaffen, die kein eigenes Netzteil haben sondern über die USB Ports gespeist werden. Meine Wahl fiel auf die Pebbles von Creative und für die paar Euro haben sie einen durchaus ansprechenden Klang. Wenn man allerdings die USB Ports des Monitors als Stromquelle nutzt, bekommt man unangenehme Störgeräusche.

Nach ein wenig Recherche bin ich auf dieses feine Gadget gestossen: Den SNI-1/3.5 Ground Loop Isolator, das ist ein kleines Kästchen das man zwischen Klinkenausgang und Lautsprecher schaltet und wie von Geisterhand verschwindet das nervtötende Brummen und Zirpen. Bloss als kleiner Rat falls euch mal ein ähnliches Problem nervt.

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1001 Movies: Meilenstein, The dead don’t die, Trillium

Mühsam ernährt sich das Eichhörnchen. Nach zähem Ringen habe ich es tatsächlich geschafft eine Seite des Buches 1001 Movies you must see before you die zu komplettieren. Dabei versuche ich möglichst alle Filme legal im Netz zu sehen, was teils schwierig bis unmöglich ist. Die größten Problemfilme (Dilwale dulhania le jayenge, Biruma no tategoto) habe ich mir dann via eBay aus Südkorea bestellt, für unfassbar günstige 5€ inklusive Porto. Trotz des Aufwands folge ich der Mission noch immer, denn am Ende des Tages erweitert man seinen Horizont doch beträchtlich, gerade wenn man Filme aus fernen Ländern anschaut, die sich nicht an Hollywood Konventionen halten.

Apropos Filme, Jim Jarmusch hat mit The dead don’t die einen Ausflug ins Zombiegenre unternommen und ich finde es ist eine Bereicherung für die lebenden Toten. Der Film ist sehr entspannt und hat ein paar gute Lacher, es ist aber trotz der wunderschönen Aufnahmen vom ländlichen Amerika immer noch ein Horrorfilm. Mir hat er jedenfalls gefallen.

Gute Laune verschafft mir immer noch Comixology, da habe ich für 22 € die Werkausgabe von Mike Mignolas Hellboy erstanden, wenn man die Comics in gedruckter Form besitzen möchte, muss man so etwa 240 € abdrücken. Aber es gibt tatsächlich auch etwas zu bejammern: gerade habe ich Jeff Lemiers wunderschönes Trillium gelesen und da sind einige Seiten auf dem Kopf gezeichnet, wenn man dann das Tablet herumdreht, passt sich natürlich der Bildschirm an und man sieht es wieder verkehrt herum. Man hat’s nicht leicht in der digitalen Welt.

NOPE

Es kommt ja alles immer wieder: Schlaghosen, Batikhemden und wie ich letztens bei einer Skateboardveranstaltung entdecken konnte: Aufnäher. Die Auswahl an Nerdpatches war überraschend groß, ich hab mich dann spontan für Grumpy Cat entschieden. Aber natürlich bin ich schon wieder angefixt und durchforste gerade diesen Shop nach weiteren Jeansjackenverschnörkelungen.

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Keyforge

Keyforge ist ein neues Kartenspiel von Richard Garfield und es hat einige Ähnlichkeiten mit beispielsweise Magic the Gathering, aber es gibt einen entscheidenden Unterschied: es ist kein Sammelkartenspiel. Vermarktet wird es als „Unique Deck Game“, das bedeutet man kauft sich für etwa 10€ eine Schachtel die ein einzigartiges Deck enthält und mit diesem spielt man dann, ohne dass man die Zusammenstellung der Karten ändern kann.

Der Clou ist, dass die Rückseite der Karten in jedem einzelnen Deck unterschiedlich ist, was nicht weniger als eine produktionstechnische Meisterleistung ist. Ein Algorithmus bestimmt welche Karten enthalten sind und dann wird ein Name für das Set zusammengewürfelt und das Bild eines Avatars generiert. Nochmal, weil ich es so unfassbar finde: jedes Deck hat eine einzigartige Rückseite, das sieht dann beispielsweise so aus:

Es gibt 7 Fraktionen, denen eine Karte angehören kann und jedes Deck besteht aus 3 Fraktionen mit je 12 Karten. Es gibt unterschiedliche Seltenheitsgrade, aber die spielen nur eine Rolle für die zufällige Zusammenstellung. Der Spielablauf erinnert natürlich etwas an Magic, aber es gibt deutliche Unterschiede. So haben die Karten keine Kosten, die zu zahlen sind, sondern man entscheidet zu Beginn jeder Runde welche Fraktion man spielen möchte und dann kann man beliebig Karten dieser Fraktion ausspielen oder welche nutzen die sich bereits im Spiel befinden. Alle anderen Karten können diese Runde nicht benutzt werden. Das sorgt dafür, dass wenn man beispielsweise einen starken Zug mit den Marsianern hatte, man in der folgenden Runde entweder wieder die Marsianer wählt, dann aber meist nur wenige Karten dieser Fraktion spielen kann, einfach weil man schon so viele davon ausgespielt hat. Oder man nimmt eine ander Fraktion, aber dann kann man die Marsianer, die man zuvor gespielt hat diese Runde nicht aktivieren.

Im Gegensatz zu Magic geht es nicht darum die Lebenspunkte des Gegners auf 0 zu reduzieren, sondern man muss Schlüssel schmieden und das tut man indem man Aember ausgibt. Aember bekommt man meist indem man eine Kreatur zum Arbeiten schickt, statt sie zu benutzen um eine gegnerische Kreatur zu bekämpfen. Es geht also etwas friedlicher zu, denn wer nur kämpft, kann keine Schlüssel schmieden. Wer zuerst 3 Schlüssel sein Eigen nennen kann, gewinnt das Spiel.

Ich kann nur raten das Spiel einmal auszuprobieren, gerade wenn man Magic immer gescheut hat, weil es doch recht teuer ist. Hier kann man für ein paar Euronen in die Welt der komplexen Kartenspiele eintauchen, es ist ein bisserl wie wenn man mit vorkonstruierten Magic Decks spielt, nur dass Keyforge etwas besser ausbalanciert zu sein scheint. Vor kurzem ist die erst Erweiterung erschienen, was den Wiederspielwert noch einmal deutlich erhöht. Ich kann mir gut vorstellen dass das nicht das einzige „Unique Deck Game“ bleiben wird und würde zu gern mal sehen wie genau die Karten hergestellt werden. Klare Empfehlung meinerseits.

Nerdshirt des Monats

Ich bin ja kein großer Freund von eMail Spam, den einzigen den ich zähneknirschend akzeptiere ist der von Bandcamp. Und da kam letztens die Nachricht dass es ein hübsches neues Shirt von einer meiner Lieblingsbands gibt, und zwar von den fabelhaften Solstice. Knapp 2 Stunden nachdem die Mail ankam wollte ich das Laiberl bestellen, aber da war es schon ausverkauft. Naja, bei der nächsten Mail hab ich dann so schnell es geht bestellt und das oben abgebildete ergattert. Das Schicksal hat es gut mit mir gemeint, denn das hier sieht um Längen besser aus als das erste.

Professor van Dusen, How it Happened und Nie zu alte für Casablanka

Ein befreundeter Hörspielnerd hat mir diese großartige Serie empfohlen, sie spielt um die Jahrhunderwende, also um 1900 herum. Professor Dr. Dr. Dr. Augustus van Dusen ist eine Art Sherlock Holmes, extrem gebildet und im gleichen Maße arrogant, was ihn aber nicht weniger sympathisch macht. Sein Sidekick ist Hutchinson Hatch, ein Journalist der wie Dr. Watson von den Fällen des Amateurkriminologen berichtet. Ich hör mich gerade durch die Neuveröffentlichung von Highscore Music durch und bin begeistert. Super Sprecher, tolle Geschichten und auch der Humor kommt nicht zu kurz.

Dann habe ich noch einen feinen Thriller für eure Leseliste: How it Happened von Michael Koryta. Aufmerksam auf das Buch bin ich geworden weil Stephen King darüber getwittert hat und den Roman völlig zu recht abgefeiert hat. Im ersten Kapitel lesen wir die Aussage einer nicht besonders vertrauenswürdigen Zeugin darüber wie ein mehrfacher Mord stattgefunden hat. Der ganze Rest dreht sich dann darum was tatsächlich geschehen ist und dabei gibt es einige Überraschungen. Sehr feine Krimikost.

Und noch ein Buch hat mir in letzter Zeit gut gefallen: Nie zu alt für Casablanka von Elisabeth Frank und Christian Homma. Transparenzhalber sei erwähnt dass ich Elisabeth persönlich kenne und darum vielleicht ein wenig befangen bin. In dem Krimi geht es um eine Gruppe von Freunden, die in ihrer Jugend eine Art Detektivteam waren, also quasi: man nehme die Drei Fragezeichen, Fünf Freunde und meinetwegen TKKG und lasse sie erwachsen werden. Die V.I.E.R. kommen also nach Jahren wieder zusammen und stolpern in einen Kriminalfall, der sie auf eine Kreuzfahrt verschlägt. Das Setting funktioniert wirklich gut und als Fan der erwähnten Jugendserien fühlt man sich sofort zu Hause, das einzige das mich gestört hat ist dass es keine klaren Referenzen auf eben diese Serien gab. So etwas wie ein augenzwinkerndes „speziell gelagerter Sonderfall“ oder eine Visitenkarte, die jemandem ungefragt aufgedrängt wird wäre das Sahnehäubchen oben drauf gewesen. Trotzdem ein schöner Schmökerstoff für Freunde des Genres.