The Postmortal

Im Roman The Postmortal erzählt Drew Magary von einer Zukunft, in der die Heilung für das Altern erfunden wurde. Menschen welche die Gentherapie bezahlen können sterben nur noch durch Krankheit oder Gewalteinwirkung, der natürliche Alterungsprozess aber stoppt und der Körper verbleibt in dem Alter den die Person zum Zeitpunkt der Behandlung hatte.

Die Unsterblichkeit bringt erwartungsgemäß die Gesellschaft in Aufruhr, denn wie ist das mit der Rente wenn man nicht schon mit 80 Jahren dahinscheidet und wer will sich schon wirklich für immer an seinen Partner binden. Auch die Kirchen schlittern in eine ernsthafte Krise, denn wen kann man schon mit ewigem Leben nach dem Tode ködern wenn der Arzt um die Ecke das auch schon zu Lebzeiten bewerkstelligen kann ? Natürlich treten schon bald Fundamentalisten auf den Plan, die die künstliche Verlängerung des Lebends als Todsünde brandmarken. Die Bevölkerung des Planeten nimmt in der Folge enorm zu und die ohnehin schon knappen Resourcen schwinden zusehends.

The Postmortal ist ein unangenehmer Blick in eine durchaus denkbare Zukunft. Es ist ein prophetisches, düsteres, stellenweise zynisches Buch das ich nicht nur Misanthropen ausdrücklich empfehlen kann.

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Arduino Basteleien

Seit einigen Tage spiele ich mit einem Arduino UNO herum, es handelt sich dabei um eine Plattform mit der man Elektronikbasteleien erschaffen kann. Das Besondere an Arduino ist, daß sowohl die Hardware als auch die Software Open Source sind. Das Board bekommt man für kleines Geld, in meinem Fall war es sogar kostenlos weil mein Arbeitgeber großzügigerweise welche zu Forschungszwecken spendiert hat. Zusätzlich habe ich mir noch das Buch 30 Arduino Projects for the Evil Genius besorgt, übrigens in Papierform weil ich bei Fachbüchern gerne mal etwas markiere und hineinschreibe, da wird es wohl noch einige Zeit dauern bis ich auch hier mit eBooks zurecht kommen werde.

Programmiert wird der Microcontroller mit C, das mit einigen Arduino Bibliotheken erweitert wurde. Das Programm wird dann via USB auf das Board übertragen und dort ausgeführt, die einzige Möglichkeit zu debuggen ist auf die Serielle Schnittstelle zu schreiben und die Meldungen mit einem Monitor auszulesen. Dankbarerweise ist das in der Entwicklungsumgebung bereits eingebaut.

Die Schaltungen werden nicht gelötet sondern auf ein Breadboard gesteckt, wir haben hier ein Fritzing Kit, da ist ein solches enthalten und zudem alles was man für die ersten Experimente benötigt: Temperatur- und Lichtsensor, ein Servo, ein Lautsprecher, Wiederstände und LEDs und dergleichen Dinge mehr.

Mein erstes Projekt ist eine Apparatur, die Morsezeichen senden und empfangen kann. Die Motivation dahinter ist es irgendwann einen Elektroniknachtcache zu installieren (wobei die Hauptschwierigkeit nicht die technik sein wird, sondern ein Stück Natur zu finden das noch nicht mit stumpfsinnigen Tupperdosen überfüllt ist, aber das ist ein anderes Thema). Für diese erste Anwendung habe ich etwa 4 Stunden gebraucht, und das obwohl ich der totale Elektroniknoob bin. Zugegeben, ich hatte etwas Unterstützung von jemandem der sich mit so etwas auskennt aber mit einem guten Buch und den zahlreichen Informationen die sich im Netz finden lassen kommt man auch so gut zurecht.

Es ist jedenfalls ein Heidenspass wenn man soweit ist die Bastelei vom Rechner abzukoppeln, in eine dunkle Ecke zu stellen und mit einer Taschenlampe Nachrichten zu morsen. Und es ist unwahrscheinlich befriedigend wenn dann ein freundliches grünes LED zurückblinkt.

Weihnachten steht vor der Tür und wer die Feiertage nutzen will um diabolisch kichernd an seltsamen Apparaturen herumzubasteln, dem sei geraten sich ein Arduino unter den Tannenbaum legen zu lassen. Es lohnt sich.

The Devil’s Blood

The Devil’s Blood aus den Niederlanden werden schon seit geraumer Zeit vom guten Götz im Rock Hard abgefeiert. Lange habe ich die Band trotz der Lobeshymnen ignoriert aber irgendwann hörte ich dann doch mal genauer rein und siehe da: die Teufelsblütler machen tatsächlich formidable Musik. Klassifizieren kann man diese wohl mit okkultem Retrorock, es gibt bislang 2 Alben mit voller Spielzeit: „The Time of no Time Evermore“ und „The Thousandfold Epicentre“ wobei mir das Erstere besser gefallen hat, schlicht weil es die griffigeren Songs enthält (und natürlich weil man die alten Sachen immer besser finden muss als das neue Zeug).

Live tritt die Gruppe blutverschmiert auf und der Texter behauptete die Lyrics nicht selbst zu schreiben sondern von sinistren Mächten eingeflüstert zu bekommen. Bei so etwas fällt es mir immer ein bisschen schwer die Musiker ernst zu nehmen, aber so richtig stört es mich dann auch nicht schließlich ist das Satanistenimage deutlich weniger absurd als sich mit Fellunterhosen als Fantasykrieger darzustellen. Da ist man schon einiges gewohnt als Liebhaber metallischer Klänge.

The Devil’s Blood machen feine Musik, aber die Könige des Okkultrock bleiben für mich immer noch Blood Ceremony.

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Svartir Sandar

Svartir Sandar ist das neueste Album von der isländischen Band Sólstafir. Wenn ich es richtig verstanden habe, geht es auf dem Werk darum die Verzweiflung zu vertonen die man verspürt wenn man einsam durch die verschneiten Eislandschaften Islands wandert, was den Musikern durchaus gelingt. Als Genre würde ich Easy-Listening-Doom vorschlagen, es geht recht gemütlich zur Sache und das überwiegend instrumental. Gesungen wird auf Isländisch und das mehr oder weniger clean, wovon die Texte handeln kann ich also nicht sagen. Es ist aber offenbar recht traurig was der Sänger zu erzählen hat. Wer einen melancholischen Soundtrack für die beschauliche Weihnachtszeit sucht, sollte sich Svartir Sandar auf den Wunschzettel packen. Meine Empfehlung: wenn es draussen bitterkalt ist, legt euch mit einer Wärmflasche, einem guten Comic und einem Glas Rotwein ins Bett und hört dabei Sólstafir. Vielleicht zur Sicherheit noch die Nummer der Telefonseelsorge bereithalten.

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6/7 Vegetarismus

Nachdem ich das Buch Eating Animals von Jonathan Safran Foer gelesen hatte war mir klar, daß ich aus ethisch-moralischen Gründen deutlich weniger Fleisch essen sollte. Ich habe generell kein Problem damit, daß Tiere geschlachtet werden um sie zu verzehren das ist Teil unserer Kultur und mal ehrlich, wenn das Schaf es könnte würde es freudig über den Schäfer herfallen. Völlig inakzeptabel finde ich aber die industrielle Herstellung von Fleisch mit allem was damit einhergeht, von der Massentierhaltung über die Vernichtung von männlichen Küken bis hin zu folterähnlichen Viehtransporten.

Komplett auf Fleisch verzichten will ich aber nicht, zum einen weil mir allzu rigoroses und dogmatisches Verhalten enorm gegen den Strich geht und zum anderen weil’s so lecker ist um mit den Worten von Hagen Rether zu sprechen. Was für mich gut funktioniert ist mich grundsätzlich vegetarisch zu ernähren, ohne große Umstände zu machen. Wenn also etwa eine Suppe aus Tierknochen gekocht wurde ficht mich das nicht an. Und einmal die Woche gönne ich mir auch mal totes Tier, aber das genieße ich dann auch bewusst und achte automatisch auf die Qualität weil es eben etwas besonderes ist.

.hack//Sign

.hack//Sign ist ein 26 teiliger Anime, der in der virtuellen Welt eines MMORPG spielt. Es gibt noch 3 Bonusfolgen, aber die Kernhandlung endet mit der 26. Episode. Die Geschichte handelt von Tsukasa, einem Magier der in einem Dungeon aufwacht und sich nicht erinnern kann wie er dorthin gelangte. Bald stellt er fest, daß er sich nicht mehr aus dem Spiel ausloggen kann, zudem wirkt „The World“ wie die Rollenspielwelt genannt wird für ihn absolut echt: Er verspürt Schmerzen und kann Objekte fühlen. Im Verlauf der Geschichte treten weitere Anomalien auf, wie ein stummes Katzenwesen das es nicht geben dürfte, ein Monster das unbesiegbar ist und den „Key of the Twilight“ ein übermächtiger Gegenstand. Eine handvoll Spieler treffen auf Tsukasa und versuchen ihm zu helfen und die rätselhaften Geschehnisse zu ergründen. Und natürlich darf auch eine Romanze nicht fehlen.

Aufgrund der Machart habe ich mich streckenweise ziemlich durch die Serie quälen müssen, die Handlung wirkt sehr gestreckt und immer wieder wird man mit musikunterlegten Standbildern gelangweilt, die Dialoge enden manchmal abrupt und es wird oftmals bloß bedeutungsschwanger geseufzt und gestöhnt. Wenn man das allerdings durchsteht wird man mit einer bizarren Geschichte belohnt die stellenweise etwas an Otherland erinnert. Ich habe mir den Anime auf Japanisch angesehen, das mag dazu beigetragen haben dass der Genuß etwas zäh war. Im Großen und Ganzen war .hack//Sign aber recht unterhaltsam.

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Smoke City

Smoke City ist ein düsterer 2-bändiger Krimi mit phantastischen Elementen von Mathieu Mariolle und Benjamin Carré. Eine Gruppe von Ganoven die sich alle bereits zu Ruhe gesetzt haben wird beauftragt eine sonderbare Mumie aus einem Museum zu stehlen. Der Coup alleine wäre schon schwierig genug, wenn sich nicht auch noch ein Verräter in den Reihen der Gangster befinden würde. Und dann ist da noch diese Mumie, die weit mehr als bloss ein einbalsamierter Leichnam zu sein scheint.

Ich fand Smoke City toll, vor allem die stimmungsvollen Zeichnungen haben mich überzeugt. Man merkt zwar, daß einiges am Rechenknecht nachbearbeitet wurde aber gestört hat mich das keineswegs. Der Schauplatz ähnelt einer amerikanische Großstadt zu Beginn des letzten Jahrhunderts, allerdings angereichert mit futuristischen Elementen. Die Geschichte ist zunächst ein klassischer Heist, wie etwa Ocean’s Eleven wandelt sich dann aber im weiteren Verlauf zur Phantastik, was wie ich finde eine schöne Mischung ist.

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